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Wegmüssen : die Entsiedlung des Raumes Döllersheim (Niederösterreich) 1938 - 1942 ; volkskundliche Aspekte ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Schloßmuseum Gobelsburg ; mit einem Beitrag über Waldviertler Flur-, Siedlungs- und Hausformen von Ernst Pleßl und einer Beschreibung Waldviertler Hochzeitsbräuche von Adolfine Misar
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Wegmüssen

4.3.2. Wieder liegt oaner am Lodn"- Totenbrauch

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War in einem Haus ein Familienmitglied gestorben, so wurde dieses Ereignis durchdie Totenglocke im Ort kundgemacht. Je nachdem, ob ein Mann, eine Frau oder einKind gestorben war, wurde beim Läuten verschieden oft abgesetzt.

Der Tote wurde früher immer zu Hause aufgebahrt, und zwar auf einem Laden. Er liegt am Lodn, hat es geheißen." Dazu wurde irgendein Brett, ein unbenützterLaden verwendet, im Waldviertel kannte man die zum Beispiel in Bayern üblichenbemalten Totenbretter nicht. Dem Toten wurden die Hände gefaltet, mit einem Ro-senkranz umwickelt, und ein Kreuz auf die Brust gelegt. Der Leichnam war mit ei-nem Flor bedeckt, der meist auch über das Gesicht gezogen wurde. Überdies wurdenauf den toten Körper Heiligenbildchen und Totenbildchen von früheren Verstorbe-nen gelegt. Bekleidet wurde der Tote meist mit seinem besten Gewand, bei Männernwar es häufig noch der Hochzeitsanzug. Neben dem Toten wurden Heiligenbilderund-statuen, Blumenstöcke, Kerzen und ein Sterbekreuz aufgestellt.

Das Begräbnis fand gewöhnlich am dritten Tag nach dem Tode statt. An den zweivorhergehenden Abenden fand im Trauerhause eine Totenwache statt, das sogenann-te ,, Wochtn".

Abb. 159: Kühbach, März 1939( Privatarchiv)