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Wegmüssen : die Entsiedlung des Raumes Döllersheim (Niederösterreich) 1938 - 1942 ; volkskundliche Aspekte ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Schloßmuseum Gobelsburg ; mit einem Beitrag über Waldviertler Flur-, Siedlungs- und Hausformen von Ernst Pleßl und einer Beschreibung Waldviertler Hochzeitsbräuche von Adolfine Misar
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Wegmüssen

1. Grüne Hochzeit MyrthenkranzFrohe Braut im Jugendglanz!Gottes Segen sei erfleht,Daß auch in Erfüllung geht,

Was zu deinem Glücke lenktUnd dir Lebensreichtum schenkt.

2. Glückauf zum neuen Leben.

Das heut für Dich als Braut beginnt!Glückauf und Gottes Segen

Zu allem, was die Zukunft bringt!

3. Wie dieser Baum in Maienpracht

Voll Freud und Stolz zum Himmel lacht,So jubelt fröhlich jung und alt,

Daß jauchzend es im Dorfe widerhallt.Ein donnernd Hoch mit Kraft und MutSei heut der jungen Braut gebracht.

Die Mädchen des Dorfes winden inzwischen in einem Nachbarhaus einen großenKranz und drehen Papierrosen. Wenn dann das Tor fertig geschmückt ist, werdensie von der Braut zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Dabei wird auch viel gesungen:

1. Die Sonne neiget sich, geht zur Ruh',

Sie wirft den letzten Blick Dir freundlich zu,Es ist das letzte Mal, daß Dich der SonnenstrahlIm stillen Kämmerlein als Braut erschaut.

2. Schon steiget hoch einher des Mondes Licht,

Als alter Wanderer er zu Dir spricht:

Hast Du geprüft Dein Herz, treib damit keinen Scherz!

Es ist das letzte Mal, junge Braut, gib acht!

3. Die Sternlein ohne Zahl in ihrer Pracht

Sie wünschen tausendmal Dir gute Nacht,

Wird Dir Dein Herz auch schwer, blick auf zum Sternenheer,

Er, der ihr Lenker ist, Dich nicht vergiẞt.

4.3.1.6. Der Hochzeitstag65

Die Brautleute kommen, angeführt vom Brautführer zum Bauernhof der Braut, des-sen Tor versperrt ist. Sie bitten um Einlaß. Drinnen im Hof wird zum Schein geden-gelt und gearbeitet. Da bitten sie um ein Mensch, worauf ihnen von drinnen durchdas verschlossene Tor geantwortet wird, daß sie Mistkroaten"( Mistkröten) seien.66

65 Nach einer genauen Beschreibung eines alten Brautführers aus Kühbach.

66 Bei Fidi findet sich an dieser Stelle der Ausdruck Mißkrowodn", was wohl Mistkroa-ten" bedeuten soll. Hier handelt es sich sicher um Hörfehler bei der Übertragung der Inter-views aus dem Dialekt. Welcher Ausdruck nun tatsächlich zur Herabsetzung der um Einlaẞbittenden Hochzeitsgesellschaft gebraucht wurde, die Krodn( Kröten) oder Krowodn"( Kroaten), bleibt offen.