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Wegmüssen
chel in und außerhalb der Erblande im Hausierhandel zu verkaufen.³³ In Großpop-pen verstand man die Bandweberei auch noch in den dreißiger Jahren des 20. Jahr-hunderts.
,, Bandl gewebt hat man auch selber. Das hat mein Vater gemacht. Die hat man gebrauchtfür die Binkel zum Zusammenbinden, für die Grastüchel. Oder beim Distelgrasen ist daseingebunden worden. Oder auch für die groben Schurz sind die Bandl genommen worden.Das hat der Vater im Winter gemacht. Mir scheint, wir waren die einzigen im Ort, die dasgemacht haben. Da ist das Garn gesponnen worden vom Leinen, da hat man das genom-men, was nicht zum Weben gegeben worden ist. 34 Aber das hat man nicht jeden Wintergemacht, nur nach Bedarf. Das hat aber auch eine geübte Hand sein müssen, sonst ist dasBand ungleich geworden."
Ein um 1800 entstandenes Flugblattlied„ Der lustige Bandlkramer" enthält eineZeile, welche auf die Waldviertler Herkunft des Hausierers hinweist:
I bin der Bandlmann/ Madeln, schauts mi gut anUnd auch ihr lieben Fraun/ Könnts mi anschaunVon Zwettl bin i z'Haus/ Dort hab i a HausI kumm mit meiner War/ Her alle Jahr. 35
Dieses Lied, das von„ lustigen" Bandlkramer handelt, liefert das Stichwort füreine abschließende Bemerkung über das Kapitel der bäuerlichen Arbeitswelt insge-samt. Die in diesem Kapitel zitierte Literatur, welche in den Sachfragen durchaus ein-wandfrei ist, zeigt in der Beurteilung der tatsächlichen Arbeitsbedingungen eine starkromantisierende Sichtweise, die der traditionellen volkskundlichen Literatur langeZeit zueigen war. Es ist da von den fröhlichen Juchzern der Schnitter die Rede, vonden lustigen Gesängen und Sprüchen der Drescher und so weiter. Jeder Volkskund-ler, der mit den Leuten spricht, die diese Arbeiten noch aus eigener Anschauung ken-nen, weiß, daß diese Beschreibungen nicht stimmen. Bauernarbeit war immer harteArbeit. Es genügt, verschiedene Arbeitsvorgänge korrekt zu beschreiben, um darausanschaulich die Mühen des Tagwerks herauslesen zu können.
4.2. Bäuerlicher Alltag
4.2.1. Dienstbotenleben- Herr und Knecht
Jeder Bauer des Entsiedlungsgebietes mit durchschnittlicher Betriebsgröße beschäf-tigte in den dreißiger Jahren noch Dienstboten. Diese rekrutierten sich aus den Kin-dern von Kleinhäuslern, Pächtern, unehelichen Kindern von Dienstboten und auchvon Handwerker- und Arbeiterkindern. Dazu kam noch eine Reihe eigener Kinder,die der Bauer nach Belieben zur Arbeit einteilen konnte.
33 H. Rauscher, Die Anfänge der Bandweberei, a.a.O., S. 57- 58.34 Der gröbere Werg.
35 Schmidt, Volkskunde von Niederösterreich, a.a.O., Band 2, S. 66.