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Wegmüssen : die Entsiedlung des Raumes Döllersheim (Niederösterreich) 1938 - 1942 ; volkskundliche Aspekte ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Schloßmuseum Gobelsburg ; mit einem Beitrag über Waldviertler Flur-, Siedlungs- und Hausformen von Ernst Pleßl und einer Beschreibung Waldviertler Hochzeitsbräuche von Adolfine Misar
Entstehung
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Wegmüssen

Wir unterscheiden zwei Haupttypen von Gewannfluren: 1. Hausacker- Gewann-flur: neben einem hofanschließenden Gewanne noch andere Gewanne und 2. Gar-tenacker- Gewannflur: neben den Gartenäckern" die Gewanne. Eine besitzgrößen-mäßige Normung für ein Lehen oder eine Hofstelle ist gegeben. Die durchschnittli-che Besitzgröße aufgrund von drei Gewannanteilen( Ursprungsanlage) beträgt 5 bis

10 ha.

Verbreitungsgebiet der Gewannflur

Große geschlossene Landschaften mit dieser Flur liegen im Waldviertel, besondersim Bezirk Zwettl, Waidhofen/ Thaya und Geras, im nördlichen und östlichen Wald-viertel, in der Wiener Bucht, im Nordburgenland, im mittleren Burgenland, im Gra-zer und Leibnitzer Feld, in den Ebenen entlang der Lafnitz, Feistritz, Laifenbach undIlz, sowie kleinere Gebiete im Tullnerfeld, im südlichen Burgenland und in der West-steiermark.

3.2.2. Die Entwicklung der Gehöfte im Waldviertel

Das Bauernhaus im Mittelalter

Mit Hilfe der franziszeischen Mappe können wir die Gehöfte des Jahres 1824 sehrgut rekonstruieren. Dieser Plan zeigt im Maßstab 1: 2880 in roter Farbe die Ziegel-bauten und in gelber Farbe die Holzbauten der Gehöfte. Somit können wir vom Ma-terial her die Beschaffenheit und die äußeren Ausmaße unserer Häuser feststellen.Die Unterteilung der Gehöfte in die einzelnen Funktionsräume konnten mit Hilfealter Bauersleute des Dorfes Dallein bestimmt werden, welche die beschriebenen Ge-höfte noch vor deren Umbau genau kannten. Es sind dies Frau Leopoldine Weiserund Herr Johann Pleẞl.

Aufgrund dieser Aussagen und der aus dem Jahre 1824 vorgefundenen Gebäudeplä-ne wurde eine Rekonstruktion eines Gehöftes im Mittelalter versucht( siehe Abb. 13).Zunächst fällt das relativ kleine Gehöft auf der großen Hausparzelle auf. Für dieseGebäude wurde kaum die Hälfte der Parzelle benötigt.

Die Verbauung der Parzelle erfolgt nun so, daß immer an der Westseite der Par-zelle das Wohnhaus mit dem angebauten Stall steht. Dadurch ergibt sich ein windge-schützter Eingang in die Wohnung und in den Stall.

Das mittelalterliche Bauernhaus war wie das Gehöft des Jahres 1824 zweigeteilt.Es bestand aus dem Wohnhaus mit dem Rinderstall und dem Stadel, der an der Ost-seite in den Obstgarten hineingeschoben gebaut wurde und eine Querstellung zumWohnhaus hat. Es war somit ein locker verbauter Hakenhof, auch loser Hakenhof.Das Wohngebäude stand giebelseitig zur Dorfstraße und bestand aus drei Räumen:aus dem Vorhaus, der Küche und der Stube. Vom Vorhaus führten Türen in die Kü-che, in die Stube und in den Stall. Die Stube hatte straßenseitig zwei Fenster und warca. 4,20 x 3,40 m groß.

Der Stall hatte sowohl vom Vorhaus als auch vom Hof eine Tür und war entspre-chend dem damaligen Viehstand klein, ca. 6,70 x 4,20 m. Neben einigen Kühen und