Topographie des Entsiedlungsgebietes
3.1.4. Vegetation
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Die genannten Witterungsverhältnisse bedingen die Vegetation des Waldviertels.Neben den ausgedehnten Nadelwäldern prägt die steinblockreiche Heide- undMoorlandschaft das Landschaftsbild. Im Westen des Viertels sind die Wiesen undWeiden ausgeprägter, im Osten erlauben die Bodenverhältnisse mehr Ackerbau.Roggen, Hafer und Kartoffeln sind die wichtigsten Feldfrüchte, daneben wird fall-weise auch Gerste, Weizen und neuerdings auch Mais angebaut. Vor der Zeit derAussiedlung kam dazu noch Flachs- und Mohnanbau.'
3.2. Waldviertler Siedlungs-, Flur- und Hausformen( von Ernst Pleẞl)
3.2.1. Die ehemaligen Siedlungsformendes entsiedelten Gebietes
Von den 42 Siedlungen des Truppenübungsplatzes sind 25 Angerdörfer, vier Stra-Bendörfer, drei Gassendörfer, sechs Streusiedlungen, vier Gutshöfe mit Gutsweilern.Alle Siedlungen gehören der Kolonisationsperiode der Babenbergerzeit des 12. Jahr-hunderts an. In dieser Siedlungsepoche wurden Plananlagen von Siedlungen und Flu-ren verwendet. Der vorherrschende Siedlungstyp ist das Angerdorf mit einer Lus-oder Gewannflur. Angerdörfer und auch Straßendörfer sind planmäßige Anlagenvon Sammelsiedlungen. Der Anger ist eine dem Gelände angepaẞte Form, eineGrünfläche in grundwasserfeuchten Mulden. Der Anger war früher Allmendegut.
Formalelemente eines Angerdorfes
Ein kleines Gerinne inmitten einer Grünfläche eines Angers im Zentrum der Sied-lung ist das bestimmende Element dieses Typs. Nach der Form des Angers, die größ-tenteils geländebedingt ist, erfolgt die Typeneinteilung in Längs-, Breit-, Dreieck-,Linsen- und Rundangerdörfer. Der Anger war ursprünglich nicht verbaut( Funktio-nen!), er war Allmendegut. Vielfach dient die Verbauung und Nutzung des Angersauch heute noch der gesamten Dorfgemeinschaft: Kapelle, Kirche, Volksschule, Ge-meindehaus, Gemeindeschmiede, Milchsammelstelle, Feuerwehrhaus, Gemein-schaftskühlhaus, Gemeindebrunnen, Löschteich. Ein einheitlicher Abschluß desAngers erfolgt meistens durch Randstraßen. Seltener führt nur eine Straße durch denAnger, von der die Zufahrten zu den Gehöften führen. Entlang des Angers bezie-hungsweise der Randstraßen sind streng reguläre Baublöcke angeordnet: einer, zwei
9 Zu den geologischen und klimatischen Verhältnissen im Waldviertel vgl. Johann Her-mann, Die geographische Stellung der Stadt Zwettl. In: Zwettl. 1. Band, Zwettl 1980, S. 3-12. Inge Prihoda, Der Boden der Heimat. In: F. B. Polleroß( Hrsg.), Geschichte der PfarreAltpölla 1132- 1982. Altpölla 1982, S. 15 – 22. Kapitel„ Naturraum" in: 50 Jahre Marktge-meinde Schwarzenau, a.a.O., S. 16- 19.