Druckschrift 
1: Volkserotik und Pflanzenwelt : eine Darstellung alter wie moderner, erotischer und sexueller Gebräuche, Vergleiche, Benennungen, Sprichwörter, Redewendungen, Rätsel, Volkslieder, erotischen Zaubers und Aberglaubens, sexueller Heilkunde, die sich auf Pflanzen beziehen. 1.
Entstehung
Halle a. S. [ca. 1908]
Seite
17
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I.

Die Waldbäume.

Einleitung.

Die Waldbäume, diese großen, uralt einheimischenPflanzen, müssen an erster Stelle betrachtet werden. Mitihnen lebte das deutsche Volk von alters her innigst zu-sammen. Sie werden uns über die Erotik, die unser Volk ingrauer Vorzeit um die Pflanzenwelt spann, die ersten Auf-schlüsse gewähren.

Wir sahen aus den Vorbemerkungen, die Vorstellungin jenen primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiven Entwicklungszuständen war: Menschund Pflanze sind durchaus gleichartig. Die Pflanzehat eine Seele wie der Mensch, ihr Leib ist das sichtbareKraut oder der Strauch oder der Baum, den sie nicht ver-lassen kann. Der Leib wird vielfach mit dem menschlichenverglichen, so sah man bei einigen Pflanzenleibern mensch-liche Glieder z. B. bei der Alraunwurzel, bei der Orche.Man bekleidete Bäume mit menschlichen Kleidern, wie dasschon die alten Hellenen taten. Man dachte sich also diePflanzen, hier speziell die Waldbäume, ganz als Personen.Das sehen wir noch bis in unsere Zeit hinein. Dem Volks-glauben heilige Bäume werden noch in Volksliedern, Krank-heits- und Segenssprüchen, Kinderreimen usw. mit Herroder Frau angeredet. Man spricht von der Frau Hasel,Frau Eller, Frau Holler oder Ellhorn, Frau Kranewitt( Wachholder). In einigen Bäumen sah man männliche, inanderen weibliche Wesen. In den nordischen Poesien sindPlatane, Esche, Eberesche männlich gedacht, ihre Namenwerden auf Männer übertragen; und Birke, Linde sindFrauen, ihre Namen werden zu Frauennamen benutzt. Ur-sprünglich scheint aber nach germanischer Vorstellung in

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