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Was das Serbokroatische betrifft, so seien noch einige Ableitungenund dialektische Formen hervorgehoben: dalm. koledvač, koledvati[ ZbNZ XI149: Belo auf Cres; ib. I 220: Praputnik in Kroat.]; koledba[ ZbNZ XXII 40:Poljica]; koležani[ ib.: Istrien]; mazed. kolde, kolada 24. Dez.", kulidiskar,kulideskuvat, kulinde[ Tanović, Milojević]; s. koledar„ Dezember"[ SEZb 23, 147:Crnog. Primorje]; kolenda„ Neujahrsgeschenk( S. 86, Drubrovnik).
Wie der Name koleda auf die sommerlichen Umzüge und Feuer über-tragen wurde,( s. S. 146, Anm. 9) so ist die Bezeichnung kolenda auch aufsommerliche Lieder übergegangen( vor Sv. Vid, Petar, Ilija).
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Diese große auf calendae, calendas( 4.) zurückgehende Wortfamilie hatbei vielen anderen europäischen Völkern ihre Verwandten. Aus der Fülleder Beispiele seien bloß einige herausgehoben: gr. xalávòat Neujahr" direktaus dem Lat.; ngr. xóλtavta„ Weihnachten", rum. colinda, alb. colendis ausdem bg.[ Berneker, E. W.]; magy. koleda W.- u. Neujahrsgeschenk", koldus„ Bettler"; schles. Kolendelieder; franz.( 14. Jh.) calendes Weihnachten", dial.( Dauphinée) chalendes„ W.- Zeit", chalendal W.- Block" usw.[ Bilfinger, 87].Man beachte bei allen Völkern die vielen Uebertragungen von Festnamenauf Dinge, die dabei eine Rolle spielen, eine Erscheinung, die uns auch obenunter badnjak und božić entgegengetreten ist. Doch ist es auch möglich,vermutet Bilfinger, daß das lat. calendae bereits Nebenbedeutungen, wieWunsch, Geschenk usw." entwickelt hatte. Daß kolęda die BedeutungWeihnachten" angenommen hat, darf uns nicht wundern, es ist ein Beweisfür den mittelalterlichen Neujahrsbeginn zu Weihnachten.
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§ 76. 10. Friede und Versöhnung. Das Motto des christlichen Weih-nachtsfestes„ Friede den Menschen auf Erden" findet seine Paralle imKalendenfest, von dem Libanius sagt, daß es allgemeine Versöhnung stiftet.Infolgedessen kann auch der serbische Brauch mirbožanje(§ 37), schon eineältere Grundlage haben, die durch das Christentum modifiziert worden ist.Daß der oberste Beamte die Besucher mit einem Kuß empfing( Libanius),ist zumindest eine schlagende Parallele zum serbischen W.- KuẞGottesfrieden( Julfrieden) bei den germanischen Völkern ¹.
- Vgl. den
§ 77. 11. Ahnenkult. Das am Schluß des Jahres stattfindende Wandel-fest der Larentalia und das monatliche Kalendenopfer an den Lar, dassich am 1. Januar durch besondere Feierlichkeit ausgezeichnet haben mag,kann uns teilweise das starke Hervortreten des Seelenkults in den heutigenW.- Bräuchen erklären 2.
Welche skr. W.- Bräuche gehören nun ohne Zweifel in den Bereich des
Ahnenkults?
Man gedenkt der teuren Toten durch Gebete 3, durch Anzünden vonKerzen, die ihnen ausdrücklich gewidmet werden, durch Verteilung vonSpeisen za pokoj duše umrlih für die Seelenuhe der Toten"( S. 55, 59, 60,84, 85; Vrčević, 26) und durch Besprengen der Gräber mit demneuen Weihwasser( S. 93: Varoš, Otok).
Außer diesen sicheren Fällen spielt Ahnenkult in einige Bräuche hinein,die außerdem noch anderen Motiven dienen: Das gilt vom Stehenlassen dergedeckten Tische, von der Bereitung des Weizens oder Bohnenbreis und vomWerfen der Nüsse.
1 Bilfinger, 24; Cassel, 305.- 2 Nebenbei sei erwähnt, daß in einerOde des Horaz( III 23) von einem periodischen Neumondopfer desrömischen Landmanns an die Laren die Rede ist, was Bilfinger( 1. c. 76)allerdings auf eine Vertauschung von luna und mensis zurückführt und alsein Opfer am Monatsersten deutet. Da aber die Verehrung des Neumondsbis zum heutigen Tage bei allen europäischen Völkern so stark nachwirkt,können wir luna auch in der Grundbedeutung auffassen. 3 Buconjić, 23:Kath. BH.; ZbNŽ I 212( Vrhgorsko- imotska kraj.).ZbNŽ X 38: Poljica;
ib. XX 40: Bukovica.