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der Hund kein Horn, die Handfläche kein Haar aufweist, so komme keineBeschreiung über meine Bienen". Man gibt von dem mit Salz vermischtenBrei dem Vieh uud schmiert damit vielfach den Ochsen den Hals ein, damitsie nicht vom Joch beschädigt werden. Während die Varica gekocht wird,singen die Kinder:„ Barbara kocht den Brei, auf daß Zicklein geborenwerden, weiße Lämmer, Knaben und Stierkälber."
Daß der Neujahrsgedanke den Glauben an die Kraft des ersten Wassersgestärkt haben mag, beweisen uns deutsche Parallelen: Das in der Christ-nacht mit dem Schlage zwölf vom Brunnen geholte Wasser heißt vielfachHeilwag heilige Woge" und gilt als heilkräftig 1.- Das kalte Bad Senecas inder Frühe des 1. Jänners 2 war vielleicht nicht vereinzelt und entspricht denangeblich heilkräftigen Wasseitauchen der Serben am 5. Jänner. Für diemagische Verwendung des Taus, der in den serb. Frühlingsbräuchen einegroße Rolle spielt, und des Schnees finden wir zu W. mit Rücksicht auf dieJahreszeit keinen Beleg, wohl aber Anklänge( S. 74): das Wasser, das in derhl. Nacht im Freien steht, befördert Gesundheit und Fruchtbarkeit der Haus-tiere. Reif an den Bäumen deutet auf ein fruchtbares Jahr. In manchenBräuchen kommt die Verbindung der zwei großen Lebensmächte, des Feuersund Wassers, deutlich zum Ausdruck: Eine auffallende Analogie zu einemkultischen Brauch beim Sonnwendfest der alten Inder, wonach Frauen mitgefüllten Wasserkrügen das Feuer umwandelten und beim letzten Rundgangdas Wasser in die Glut gossen ³, bietet der in der Kruševačka Župa mitWasserkrügen ausgeführte Feuersprung( S. 29). Neben die Axt, auf derstehend sie sich waschen, legen sie oft einige glühende Kohlen( S. 91). DieVerbindung von Wasser und Feuer tritt uns auch im idg. Hochzeits-zeremoniell deutlich entgegen, nach welchem die Braut ein Gefäß voll Wasserzum Herdfeuer tragen muß. Feuer- und Wasserbräuche finden wir auch inden Oster-, Georgs- und Johannisbräuchen aller slawischen Völker innigverbunden.
Parallelen zu den Wasserbräuchen zu Weihnachten bei Hanuš, Kal. 22 ff.;Máchal, Nákres, 141 ff; Marinov, 37; Pajek, 74. 87. 231; Reinsberg- Düringsfeld,B. 546 ft; Č Lid, I 298 ff.; I 502( Schnee); Lud XIII 22, ib. XIV 131; Bezsonov,Bělor. p., 94; Šejn, Materialy, 378 ff.; Sacharov, Skazanija, 11( Schnee)Sart. S. B. III 30. 32( Tau). 70. 71. 76.
Zum Schluß sei noch darauf hingewiesen, daß den Serben heute nochvielfach das Quellwasser in der Woche nach dem Neumondals ganz besonders kräftig gilt[ SEZb 22, 100]. Diese Anschauung gewinnterhöhte Bedeutung mit Rücksicht daraut, daß auch in die antiken Kalenden-bräuche Mondverehrung hineinspielt, denn der erste Jänner war ja zugleichMonatsbeginn 5. Siehe darüber§ 73.
§ 72. 7. Verehrung der Himmelskörper. Von allen Naturmächten hat derMensch der Sonne, dieser unerschöpflichen Quelle von Licht und Wärmeund Erweckerin des Lebens, die größte Verehrung gezollt. Wir können derSonne geltende kultliche Begehungen bei allen indogermanischen Völkernnachweisen; besonders hoch entwickelt treten sie uns bei den Indern ent-gegen, bei denen die Zeit von der Winter- bis zur Sommersonnenwendeerfüllt ist von solchen Riten, die meist von Gebeten und Gesängen
1 Bilfinger, 54. 2 Seneca, epist. XII, I, cit. nach Bilfinger, 53.3 Schröder, A. R. II 244, sieht darin eine Verbindung von Sonnen- und Regen-zauber. Schröder, R. Lex. s. v. Heirat; vgl. lat. aqua et igni accipere.5 Vgl. Radermacher, Beiträge, 123 ff.
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