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romanischen Völkern als ein unheimlicher, von Dämonen bewohnterBaum, Zweige haben oft Abwehrkraft 2; vgl. deren Verbrennung bei denAlbanern(§ 67).
Honig wird als erste Speise am W.- Tag bevorzugt, damit dasganze Jahr süß verlaufe" und ist auch als Zutat zu Kuchen und anderenSpeisen( besonders žito) und Getränken( Honigrakija) beliebt. Er spielteine wichtige Rolle in allen Aufnahmsriten( Kinds- und Hochzeits-bräuchen), als welche wohl auch, das Salben des Badnjaks mit Honigaufzufassen ist. Seine Heilkraft geht nach weitverbreitetem Volksglaubendarauf zurück, daß ihn die Biene aus allen Blüten zusammenträgt; da gegenjede Krankheit ein Kraut gewachsen ist, ist der Honig ein Allheilmittel.( Vgl. die litauische Auffassung, wonach der H. mit dem Tau vom Himmelfällt: Hanuš, Kal. 17; Aehnliches glaubten die alten Griechen: Gruppe, GM.II 910).Erwähnenswert ist schließlich noch ein W.- Brauch der Slowaken,bei denen der Hausvater allen ein Kreuzlein aus Honig oder Honigschnapsauf die Stirn malt. Vielfach bestreicht dort die Hausmutter den Mädchen dieStirn mit Honig, angeblich deshalb, daß die Freier daran kleben bleiben 3.
Wie stark die antike Scheu vor dem Verleihen, weil es im Gegen-satz zum Beschenktwerden eine Verarmung, also ein malum omen darstellt,im heutigen Volksbrauch fortwirkt, haben wir oben(§ 52) gesehen.
§ 62. 2. Der Gabentisch. In den alten Kalendenhomilien ist öfter dieRede von einem eigentümlichen Brauch, der darin bestand, daß man in derNeujahrsnacht einen mit allerlei Speisen und Getränk vollbesetzten Tisch dieganze Nacht hindurch stehen ließ, scheinbar für irgend. welche übersinnlicheWesen, deren Besuch in dieser Nacht erwartet wurde. Es knüpfte sich darander Glaube, daß das erwartete göttliche Wesen die Bewirtung mit Frucht-barkeit und Ueberfluß für das nächste Jahr lohnen, werde. Diese Sitte hatsich durch alle Jahrhunderte bis auf den heutigen Tag erhalten, aber so, daßsie im Laufe der Zeit von der Neujahrsnacht auf die Christnacht und Drei-königsnacht übergegangen ist". Daß man ursprünglich an keine übersinnlichenWesen dachte, sondern daß die reichgedeckte, stehenbleibende Tafel Sattheitund Fülle für das künftige Jahr gewährleisten sollte, erkennen wir aus denältesten Zeugnissen. In Aegypten, besonders in Alexandria bestand die Sitte,,, ut ultimo die anni et mensis ejus, qui extremus est, ponatur mensa referta variigeneris epulis et poculum mulso mixtum, ut sic vel praeteriti annivel futuri fertilitatem auspicentur 5. Als deutlicher Anfangs-zauber charakterisiert sich die Sitte in einer pseudoaugustinischen Rede:,, Alioqui etiam rustici mensulas in ista nocte, quae praeteriit, plenas multisrebus, quae ad manducandum sunt necessariae, componentes tota noctesic compositas esse volunt, credentes, quod hoc illis CalendaeJanuariae praestare possint, ut per totum annum convivia illorum in taliabundantia, perseverent"". Erst später denkt man bei dem Hinsetzender Speisen an nächtlichen Besuch der Waldgeister, der Dominae unterFührung der Diana oder Abundia Satia( weil sie abundantia undsatietas verleiht), der Frau Bercht( daher„ Berchtentisch"), seit dem 16. Jl.an den Besuch Christi oder der hl. Maria in Begleitung der Heiligen undder Engel.
1 Čajkanović im SK Gl. 1922, 261.2 Sart. SB. III 227.3 Sb. Mat.Slov. I 166.4 Bilfinger, 50.- 5 Commentar des Hieronymus zu Jes c. 28,cit, nach Bilfinger, 50.- Bilfinger, 51.
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