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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
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Zukunftsbefragung.

§ 50. Auf keine Festzeit des Jahres hat sich soviel Orakelwesen gehäuftwie auf die geheimnisvolle, in die dunkelste Jahreszeit fallende Weihnachtszeit,wo allwissende Geister umgehen. Es ist verständlich, daß man an der Schwelledes neuen Zeitabschnitts einen Blick in die Zukunft tun und wissen will, wieim allgemeinen Wetter und Fruchtbarkeit sein werden und wie es im besonderenden Menschen ergehen wird, ob sie das nächste W.- Fest erleben werdenoder nicht. Heiratsfähige Mädchen stellen die für sie wichtigste Frage, ob sieim Laufe des nächsten Jahres heiraten werden, und suchen überdies etwas überBeruf, Alter und Eigenschaften des Zukünftigen zu erfahren. Häufig ist dasOrakel oder Omen an einen Bestandteil des alten vorauszusetzenden Opfersgeknüpft( Opferaugurium), so an das Bratentier( besonders Schulterknochen),den Brei, die Kuchen usw., weil man ursprünglich annahm, daß die durchdas Opfer günstig gestimmte Gottheit durch besondere Zeichen auf denGaben dem Menschen einen Blick in die Zukunft gewähren werde. Das unsvorliegende Material hätte auch nach dem Gesichtspunkt gruppiert werdenkönnen, ob es sich um ein O men handelt, wobei aus einem stattfindendenEreignis Schlüsse gezogen werden, oder ein Orakel, wobei absichtlich einVorgang herbeigeführt wird, um ihn zum Zweck der Deutung zu verwerten,doch haben wir als Einteilungsgrund Ziel und Zweck der Befragungbezw. Deutung angenommen.

1. Das Wetter des nächsten Jahres. Die ersten zwölf Tage nach Weih-nachten gelten als Lostage für das nächste Jahr, das heißt, jeder der zwölfTage entspricht in bezug auf das Wetter den kommenden zwölf Monaten.Bei den Kroaten gelten vielfach die zwölf Tage vor W., also die Zeit vonLucija bis W., als brojenice(§ 11). Um Vranja bedient man sich eines ein-fachen Hilfsmittels, um das Wetter der Lostage festzulegen. Am 26. Dez.zeichnen sie zwölf Kreise nebeneinander( auf die Erde oder auf Papier).Ist z. B. an diesem Tage schönes Wetter, so bleibt der erste Kreis leer.Ist es am 27. Dez. vormittags schön, nachmittags verregnet, dann bleibt dieeine Hälfte leer, die zweite wird schraffiert. Ist am 28. Dez. bloß ein Vierteldes Tages schön, dann bleibt nur ein Viertel des Kreises leer 1.

am

Zwiebelkalender. Am Weihnachtsabend( vielfach auchSylvesterabend 2) zerschneidet man eine Zwiebel und legf zwölf Schalennebeneinander hin, nachdem man sie ein wenig gesalzen hat: das sind die zwölfMonate. Nächsten Morgen schaut man nach und schließt je nach der Feuchtig-keit der Schalen auf die Beschaffenheit der einzelnen Monate.

Ueber die Bedeutung der Zwölften für die Witterung des künftigenJahres vgl. Bilfinger, 59; Sart. SB. III 23, wo viel Literatur; Veselovskij,Razyskanija, 104; Niederle, Mor. Val. 788. Parallelen zum Zwiebelorakel: Sart.SB. III 40; Trebitsch, Psychologie des Aberglaubens, 195; Hanuš, Kal. 37;Lud V 348; Kaindl, Huzulen, 74. S. unten§ 64.

Wasser. Am Christtag früh geht die Hausmutter in den Hof, um zusehen, ob das Wasser in dem Gefäß, das sie am Vorabend hinausgestellt hat,gefroren ist. Ist dies der Fall, dann steht ein kaltes und unfruchtbares Jahrbevor, im andern Falle ein fruchtbares 3. Anderswo läßt man einen vollenKrug Wasser über Nacht im Hause stehen. Ist er früh noch gefüllt, danndarf man ein nasses Jahr erwarten, ist aber das Wasser gesunken, dann eintrockenes 4.

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1 Zs. Karagjić II 133. 2 Mil. ŽSS 177.ib. 7, 294( Kosovo).

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3 SEZb 19, 76( Omolj).-

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