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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
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In der Ls. Bukovica( Dalm.) bestand dieser Brauch früher ¹.In Lobor heißt der Tag Rodešove Herodestag", man schlägt sichgegenseitig mit Ruten oder geflochtenen korobači Peitschen" 2.

In Slawonien schlagen sie am Vorabend diejenigen, die sich nichtmit Dörrobst loskaufen 3.

Nach Vuk Vrčević heißt der 28. Dez. in der Herzegowina undBoka ženski dan ,, Weibertag Glossar ::: zum Glossareintrag  Weibertag". Die Frauen haben von früh bis abends frei undbesuchen einander. Am Abend versammelt sich in erster Linie die Jugendzum sijelo: auf einer Dreschtenne wird bei einem Feuer bis tief in dieNacht hinein getanzt und gesungen. Die Mädchen sorgen für das Holz, dieBurschen schaffen Wein herbei, die Alten schauen zu. Die Stimmung ist,aus den bei Vrčević angeführten etwas freien Liedern zu schließen, sehrausgelassen 4.

Jahresschluß und Neujahrstag.

§ 42. Allgemeines: Ein Vergleich zwischen der Neujahrsfeier derSerben und Kroaten ergibt ziemlich große Verschiedenheiten. Bei letzterenist der Neujahrsgedanke stärker ausgeprägt: das sehen wir aus dem Namennovo leto, nova godina( selten mali Božić), aus den Glückwünschen derKinder, aus dem Namen des Festgebäcks letnica, litnica, aus dem Abend-segen in der Kirche, aus der Wertschätzung des ersten Besuchers usw. DieSerben bezeichnen den Tag am häufigsten als Vasiljev- dan Basiliustag"oder als mali Božić kleiner B.", also als Oktave des Christtags. DasFestgebäck heißt bei letzteren nach dem Heiligen vasilica, vasulica, veselica;in einigen südlichen Gegenden kocht man einen altertümlichen Brei als Kindbettkuchen für die Bärin". Bei den Kroaten spielt die Einholung desWassers am Neujahrsmorgen eine große Rolle, während bei den Serben dieentsprechenden Bräuche am W.- Morgen und am 6. Jänn. geübt werden. Inden dinarischen Gebieten( s.§ 22) wird am Vorabend ein Badnjak oderdessen Brände ans Feuer gelegt. Allgemein ist die Sitte, den Schweinskopfbis zum Neujahrstag aufzuheben( s.§ 31). Nicht überall wird der Tag alsFeiertag empfunden, in der Crna Gora, Boka und Herzegowina wird ge-arbeitet. Dalmatien, besonders Dubrovnik, steht unter starkem romanischemEinfluß.

Ueber Umzüge, Zauber- und Orakelwesen s. unten§ 44-55.Einzelheiten:

Skopska Crna Gora: der 1. Jänner, Vasiljica, gilt hier nur alsFeiertag für die Zigeuner Glossar ::: zum Glossareintrag  Zigeuner. Nach dem Volksglauben bekommt die Bärin umdiese Zeit Junge, deshalb kocht man einen Maismehlbrei, genannt mečkinaispovenica Kindbettgeschenk für die Bärin" 5.- Tetovo( Dorf Lešak): AusWeizenmehl backen sie einen ungesäuerten Kuchen, mečkina porojnica.

Kosovo: Auch hier kocht man für die Bärin eine povojnica ausMaismehl, mengt ein Geldstück bei und verziert den Brei mittelst einesSchilfröhrchens, in das man entweder einen Zweig vom Badnjakwipfel, vomBasilienkraut oder auch von der Kornelkirsche hineinsteckt. Die Münzebindet der Finder an den Geldbeutel oder bindet sie die bačica Sennerin"am Georgstag an den Melkkübel 7.

יג

1 ZbNŽ XX 39.2 ib. XXI 195; ebenso in Koprivnica: ZbNŽ I 240.5 SEZb 7, 442.

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3 Ilić, 102.-* Vrčević, 56 ff.( leider ohne Ortsangaben).

6 Gewährsmann: B. Kačević aus Lešak. 1 SEZb 7, 251.

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