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der übrigens vielfach als P. bestellt wird, wie wir oben gesehen haben,hie und da auch die Schwiegertöchter. In der Crna Gora, wo das Zusammen-gehörigkeitsgefühl innerhalb des Brastvos sehr stark ist, sind Besuche innerhalbdesselben auch am ersten Tag erlaubt 2. Am zweiten und dritten Festtagunterliegen die Besuche keinen Beschränkungen mehr ³.
In der Crna Gora, Boka und Herzegowina besteht die Sitte, daß dieverheirateten Töchter nach W. auf 8-14 Tage in ihr Vaterhaus zu Besuchgehen, na pobožitnju čast. Ist diese Besuchszeit um, dann wird sie voneinem männlichen Verwandten oder ihrem Mann abgeholt 4.
Von Weihnachten bis Neujahr.
§ 41. In der Benennung der Festtage besteht zwischen Serben undKroaten auch insofern ein Unterschied, als erstere den 26. Dez. als Boži- dan,, Tag Gottes" bezeichnen, die Kroaten aber als Stjepan- dan, Stephanstag".Der 27. Dez. ist für die Serben der Stevan- dan, für die Kroaten der Jovan-dan Johannestag". Wie bereits oben erwähnt wurde, finden an diesen zweiTagen insbesondere die gegenseitigen Besuche statt.
In Sv. Martin( Megjumurje) sucht man die Vermehrung desGeflügels dadurch günstig zu beeinflussen, daß man dem Hahn, dem Enterichund Gänserich am 26. Dez. vor Sonnenaufgang je drei Pfefferkörner zu fressengibt. Ebenda führt man seine Verwandten und Freunde in den Weingartenund Weinkeller, damit sie den neuen Wein kosten 5. Da der hl. Stephan beiden Katholiken als Pferdepatron gilt, schmückt man ihm zu Ehren die PferdeIn manchen kroatischen Dörfern( so in Lučelnica, Skender Brdo, Sela,Gorica) stechen sie den Hunden die Ohren an, damit sie nicht toll werden 6.
Um Rjeka( Fiume) wird in der Kirche Gerste und Salz geweiht 7.Am dritten W.- Tag wird das Fest beendet, was durch Abräumen desTisches( ausgenommen das Schaubrot), Hinaustragen des Strohs und Aus-kehren auch äußerlich zum Ausdruck kommt.
In Kroatien wird am 27. Dez., na Januševo, in der Kirche nach der MesseWein gesegnet. Hievon gießen sie ein wenig in jedes Faß, damit er sich guthält. Manche lassen ihn auch zu Essig werden, der dann Heilkraft besitzt 8.Der 28. Dez. heißt bei den Serben Mučenici» Märtyrer", bei denKroaten Mladenci„ Unschuldiger Kindertag". Bei letzteren wecken die Mütterihre Kinder mit leichten Rutenschlägen, mladičaju, damit sie gesund bleiben.
1 Bos. Vila( 1893) 384( Osreci): am Morgen des Christtags kommen diejungen Schwiegertöchter aus der Nachbarschaft und bringen dem Hausvater Nüsseund Haselnüsse. 2 Zs. Karagjić II 150 ff.( Zeta): alle versammeln sich beimAeltesten des Brastvo, essen und trinken, dann gehen sie zum nächsen; Univ.-Assist. Vlahović( Kolašin), m.: man besucht sich gegenseitig in größeren Gruppen.3 Tanović, 97( Gjevgjelija): am 2. Tag ißt das Taufkind beim Gevatter;ib. 103: ein verlobtes Mädchen wird von künftigen Verwandten abgeholt undzum Schluß des Besuches von allen beschenkt. Am 3. Tag essen die Braut-leute bei ihrem Kum. SEZb 15, 744( Riječka nahija): am ersten Festtagbesuchen einander die Männer, am zweiten die Frauen. 4 Vrčević, 76 ff.5 ZbNŽ XII 300. 6 Sertić, Hs. 2. 7 Kukuljević, Arkiv XI 228.-8 ZbNŽ XVIII 64( Samobor); ib. XXI 195( Lobor).9 Schneeweis,Plivatal; Buconjić, 26( Kroaten in BH): früh zeitlich gehen alte Frauen beiVerwandten und guten Bekannten umher und schlagen die Kinder mit Rutenauf die Beine: ,, Rasti, rasti, dijete, rasti dijete!", Wachse, wachse, meinKind, wachse mein Kind". Dann wird das Kind mit Obst oder Kuchen be-schenkt und auch die Frau wird bewirtet; ZbNŽ X 39( Poljica): Mütter schlagendie Kinder und Männer die jungen Frauen mit einem Oelzweig.