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ist. Ist das nicht der Fall, dann steht ein fruchtbares Jahr bevor. Sie springtdann dreimal über die Karlica und wieder zurück, worauf sie sie ins Hausträgt und darin dem Geflügel Futter anmacht, damit es bald Eier legt undsich gut vermehrt. Manche besprengen mit diesem Wasser das Joch, dieStälle und Hürden, damit das Vieh vor Krankheiten bewahrt bleibt, anderegeben es dem Vieh zu saufen, damit es gesund bleibt und sich gut ver-mehrt 1.
Das Gedeihen der Bienen suchen sie in der Ls. Levač dadurch zufördern, daß sie am Christtag fiüh aus einem fließenden Gewässer Wasser mitSand schöpfen und über die Bienenkörbe gießen mit den Worten:„ Sowieich euch mit Wasser überschüttet habe, so sollt ihr mich mit Honig über-schütten; wieviel Sand im Fluß ist, soviel sollen euer im Korbe sein." Danngeht er mit dem Bratspieß, der Webspule und der Garnhaspel dreimal umdie Bienen; das tut er, damit sie sich nur um die Stöcke drehen( vitlaju se)und beim Schwärmen nicht fliehen 2.
In Draganići bei Karlovac trachten die jungen Frauen nach derChristmette als erste Wasser zu holen, in der Meinung, daß sie damit denandern den Rahm abschöpfen 3.
Ueber Wasserverehrung s. auch§ 42( Neujahrstag, bes. bei Kroaten)und§ 43( Dreikönigstag, Weihwasser).
Der Polaženik( Glücksbringer).
§ 39. Allgemeines. Dem ersten Besucher am Christtag kommt eineganz besondere Bedeutung zu, denn von ihm hängt Glück und Unglück desneuen Jahres ab. Manche überlassen es dem Zufall und freuen sich, wennein gesunder und braver Mensch kommt, die meisten aber bestellen schonvorher einen hübschen gesunden Knaben aus der Nachbarschaft oder Ver-wandtschaft. Vor diesem darf kein Fremder ins Wohnhaus, selbst der Popmuß bis dahin im Stalle warten. Da niemand die Schuld an einem eventuellenUnglück im nächsten Jahre auf sich laden will insbesondere gelten Frauenals Unglücksbringer wagt es niemand, an diesem Tag als erster einfremdes Haus zu betreten; in dringenden Fällen ruft man die gewünschtenPersonen heraus. Der erste Besucher heißt polaženik oder polažajnik, auchpolaznik, položajnik( nach Vuk in der Crna Gora), položenik( Slawonien),položnik oder položajnik( Kroatien), vom Verbum polaziti„ kommen". Er sollmit dem rechten Fuß über die Schwelle treten und nicht mit leeren Händenkommen; deshalb tritt er mit einem Zweig oder mit einem für ihn vor-bereiteten Holzscheit ein oder streut eine Handvoll Getreide auf die Haus-bewohner. Nach dem üblichen Gruß, Hristos so rodi!" und Gegengruß, Vaistinu se rodi!" wird auch er von der Hausmutter mit Getreide beworfen,dann tritt er ans Feuer und schürt es kräftig, wobei er den bekanntenFunkensegen spricht. Dann hebt er den Zweig hoch mit dem Wunsche, daßder Flachs und das Getreide so hoch wachsen mögen. Meist schiebt er auchden Badnjak vorwärts und bezeigt ihm seine Verehrung dadurch, daß er ihnküßt, ihn mit Wein begießt und ein Geldgeschenk oder einen Kuchen aufihn niederlegt. Dann erst küßt er alle Hausbewohner. Man bringt ihm einenStuhl oder Polster, den man ihm aber gern wegzieht, damit er zu Bodenfällt so schwere Garben will man bei der Ernte wälzen. Nachher muß er3 Sertić, Hs. 1.
1 SEZb 19, 77.2 SEZb 7, 125.