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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
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Im Banat küssen einander alle vor dem Mittagessen, wobei sie den-selben Gruß sprechen wie in der Herzegowina. Der Hausvater vereinigt dannalle Kerzenreste zu einer einzigen Kerze und pflanzt sie in das Gefäß mitGetreide 1.

In Slawonien übt man das Mirbožanje nach der Christmette.Zu Hause küssen sie einander am W.- Abend und vor dem Mittagessen, dochohne die Zeremonie mit den Kerzen 2.

Verehrung des Wassers.

§ 38. Allgemeines: In den serbischen Herzländern wird am Christ-tag vor Sonnenaufgang in den meisten Fällen von einem Mädchen oderder Hausfrau das erste Wasser unter besonderen Zeremonien eingeholt. Siestreut mit einer kürzeren oder längeren Begrüßung Getreide über die Quelleund schmückt deren Rand oft mit Basilienkraut. Bei der Einbringung desWassers wird sie meist mit Getreide beworfen. Es ist von besonderer Kraft;man macht den Teig für die Česnica damit an( s.§ 33), trinkt es mit stärkendenZutaten, wäscht sich damit vielfach unter besonderen Riten, schüttet davonins Feuer und besprengt in zauberischer Absicht die Bienenstöcke.- Inden südlichen und nordwestlichen Gebieten sind diese Bräuche geschwundenoder sehr verblaßt.

Einzelheiten: Eine gute Schilderung liegt aus der Ls. Omoljvor: Früh zeitlich kämmt sich die Hausmutter, zieht womöglich neue Kleideran, nimmt das Tragholz mit den Gefäßen auf den Rücken, ferner Getreidein die Schürze und geht zum Fluß oder zur Quelle um Wasser. Dort an-gekommen, bekreuzt sie sich dreimal gegen Osten und Westen und wirftdas Getreide ins Wasser mit den Worten: ,, Teklo svako dobro u naše kućekao voda niz reku", d. h." Fließe alles Gute in unsere Häuser, sowie dasWasser dahinströmt!" Bei der Rückkehr besprengt sie alle damit, auf daßsie nicht an Kopfweh leiden ³.

Weit verbreitet ist nach Milićević der Gruß: Dobro jutro, rodice,i čestit ti Sveti Božić!", d. h., Guten Morgen, liebes Wasser, und viel Glückzum heiligen Božić* 4.

Um Boljevac wird das Mädchen mit dem Wasser von der Haus-mutter erwartet; diese legt in ein Glas Rotwein einige Kornelkirschen hinein,gießt von dem gebrachten Wasser hinzu und gibt allen zu trinken, damit siegesund bleiben 5.

In der Ls. Levač besteht das Quellopfer in einem Maiskolben,damit es Getreide im Ueberfluß gebe wie Wasser, und einem SträußchenBasilienkraut, damit das Wasser immer rein bleibe 6. Das Mädchen kommtmit einen Mund voll Wasser zurück, das sie in das Feuer sprudelt. Miteinem Badnjakzweig schürt sie dieses unter einem Segenspruch 7.

In der Ls. Resava achten sie sehr darauf, daß sie beim Wasser-holen kein böses Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weib begegnen 8.

In der Ls. Gruža treibt man auch das Vieh zur Tränke, so daß sichan der Quelle ein reges Treiben abspielt. Getreide und Brosamen, die späterdie Vöglein aufpicken, streut man über das Wasser.

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3 SEZb 19, 76.-7 ib. 123.

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Zs.

1 Rajacsich, 122.- 2 Zastava vom 6. Jänn. 1923.4 Mil. ŽSS 167, P. 1.- 5 SEZb 14, 89. ib. 7, 122.-Karagjić III 63. Eig. Erh. in Dragobraća.