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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
Entstehung
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Der Christbaum.

§ 28. Der in Deutschland entstandene und erst zu Beginn des17. Jahrhunderts( 1605 in Straßburg) literarisch bezeugte Christbaum istnamentlich im Laufe des 19. Jahrhunderts in alle Weltteile vorgedrungen.Im serbokroatischen Sprachgebiet ist er zuerst in den Städten dernördlichen und westlichen Landschaften in Uebung gekommen und istnun im Begriffe, auch am Lande den alten Badnjak zu verdrängen. Begünstigtwird dieses Vordringen besonders durch den Umstand, daß nach dem Auf-geben des offenen Herdfeuers die Verbrennung des Badnjaks Schwierig-keiten bereitet. Es vollzieht sich also ein ähnlicher Prozeß wie mit demChristblock in Deutschland. Wie sich dieser am längsten in den nieder-deutschen Gebieten mit offenem Herdfeuer erhalten hat, so sehen wir ihnauch bei den Südslawen an das offene Feuer gebunden. In Gebieten mitSparherdanlagen muß er verkümmern oder aussterben. In Belgrad kann manheutzutage auf dem Weihnachtsmarkt schon einen Wald von Christ-bäumen sehen.

Die Berichterstatter der ethnographischen Sammelbände, die meistländliche Verhältnisse vor Augen haben, erwähnen den Lichterbaum bloß invier Fällen und zwar handelt es sich um Gebiete in Kroatien und Slawonien.Begović gibt an, daß manche in neuerer Zeit okite bor, eine Kiefer schmücken".Diesen Brauch habe besonders der Dichter Zmaj Jovan Jovanović empfohlen ¹.Um Samobor heißt er križbam und verrät so deutlich die deutsche Ab-stammung. Er ist dort bei reichen Leuten üblich 2.

In Koprivnica heißt er božić. Wie jung er hier ist, ersieht man ausseiner Einordnung in das Festprogramm: er wird erst nach dem Abend-essen auf den Tisch gestellt und mit Obst, Nüssen und Papierstreifengeschmückt 3:

Syrmien, wo der deutsche Einfluß in den Weihnachtsbräuchen be-sonders stark ist, bildet ein interessantes Mischgebiet: nach Štrodl, S. 445 ff.,wird am Nachmittag der Christbaum geschmücktda es an Tannenmangelt, nimmt man Fichten- in den Ofen steckt man den Badnjak, einengroßen Klotz, der bis früh brennt.

In Draganići( bei Karlovac) schmücken sie den bor oder die jalvica( smrek) mit Aepfeln und Papierketten, während andere den sljeme( Säule deşHauses) verzieren. Kerzenschmuck wird nicht erwähnt. Ein mit Aepfelnund Orangen verziertes Bäumchen, kita, wird um Fiume in den Festkuchengesteckt. Von jeder Speise hängen sie etwas an die Zweige, das ist dannheilkräftig 5. In diesen Zusammenhang gehört auch der Zweig, den manin Slawonien an die Säule steckt und mit brennenden Kerzen schmückt( s.§ 36, Kerze) 6.

Dem grünen Weihnachtsbaum steht der kroatische kině nahe: das istein Zweig von fušpan( ruscus oculeatus), der mit vergoldeten Haselnüssengeschmückt und am Weihnachtsabend an die Zimmerdecke befestigt wird.Der Name ist magyarischmagy. kincs, Schatz, Kleinod" wahrscheinlichauch die Sache.

1 Begović, S. Gran. 86.- 2 ZbNŽ XVII 56 ff. 3 ib. I 238.- Sertić,Hs. 1.- Kukuljević, Arkiv XI 227. ib. II( 1852) 375.- 7 ZbNZ XXI193( Lobor).