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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
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suchen die Kinder zu erwürgen und den Milchtieren, besonders den Schafen,die Milch zu rauben. Die Hirten wachen deshalb vielfach beim Feuer. UmPirot heißen diese Wesen auch navije. Man vermeidet es, sie beim Namenzu nennen 1.

Fast überall entsprechen die genannten 12 Tage in bezug auf das Wetterden 12 Monaten des nächsten Jahres 2. Im allgemeinen gewinnt man denEindruck, daß das Volk glaubt, daß in dieser Zwischenzeit nicht bloß dasWetter, sondern auch die Lebensschicksale für das nächste Jahr festgelegtwerden, die man in günstigem Sinn beeinflussen kann.

§ 18. Bevor ich zur Schilderung der einzelnen Bräuche übergehe,- willich in kurzen Umrissen die gewöhnliche Festfolge des Weihnachtsfestes

skizzieren.

Am 24. Dezember, dem badnji dan, früh wird der badnjak aus dem Waldgeholt, den Tag über werden Vorbereitungen getroffen: Reinigen und Schmückendes Hauses, Kochen und Backen. Abends wird der Badnjak feierlich vomHausvater hereingetragen, nachher das Weihnachtsstroh, dann folgt einlängeres Abendgebet und ein reichliches, aus Fastenspeisen bestehendesAbendessen. Die Zeit bis zum Schlafengehen ist erfüllt von Zauber- undOrakelwesen, Spielen, Liedern usw. Die meisten schlafen auf dem Weihnachts-stroh, mindestens einer muß wachen und das Feuer unterhalten.

In der Nacht oder am nächsten Morgen wird das Weihnachtsschweinam Spieß gebraten. Um Mitternacht Christmette bei den Katholiken, bei denGriechisch- Orthodoxen ein Morgen- Gottesdienst.

25. Dezember, Božić. Einholung des Wassers verbunden mit Quellopfer.Empfang des ersten Besuchers. Backen der Česnica. Nach dem Frühgottes-dienst vielfach mirbožanje Versöhnung, dann feierliche Hauptmahlzeit.Nachmittag Kolotanz.

26. Dezember, božji dan, Fortsetzung des Festes, gegenseitige Besuche.27. Dezember, Abschluß des Festes, Wegräumen des Tisches, derdurch drei Tage gedeckt stehen bleiben mußte, und des Strohs".

Bei den Katholiken heißt der zweite Weihnachtstag Stipanj- dan,, Stephanstag", der dritte Ivanj- dan Johannestag". An diesem Tage wird derWein gesegnet.

Der Grundcharakter des gesamten Festes ist freudig, ja ausgelassen,trotzdem man sich mit Gebet und Opfern der Toten des Hauses erinnert.

Der Badnjak.

§ 19. Der Badnjak ,, Weihnachtsblock" ist das wichtigste Charakteristikumder südslawischen Weihnachtsfeier. Wenn dieser Brauch auch in den slo-wenischen und kroatischen Gebieten, sowie in Mazedonien im Aussterbenbegriffen ist, so steht er bei Serben und Bulgaren noch in schönster Blüte.Ins Königsschloß und in die letzte Hütte wird er als Glücks- und Segens-baum unter feierlichen Zeremonien eingeholt und verbrannt. Auf die Deutungund Herkunft komme ich erst im zweiten Teil meiner Arbeit zu sprechen,es sollen hier bloß die einzelnen Bräuche mit ihren Varianten dargestelltund die ältesten Belege vorgelegt werden.

1 SEZb 16, 127( Iz Lužnice i Nišave).-2 Zs. Karagjić II 133.. 3. InNjeguš heißt dieser Tag ,, ženski dan", weil die verheirateten Töchter zu Besuchkommen.( Prof. P. Popović, mündl.)