Musikdruck 
Alte Lieder und Weisen aus dem Steyermärkischen Salzkammergute
Entstehung
Wien [ca. 1919]
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5.

Bedlmandl, muaßt aufstehn, es is schan Zeid,

Es fingen schon die Vögelein auf dera grünen Haid.Singen die Vögelein oder oder nid,

Von meiner Herzliabstn da scheid i mi nid.

6.

Das Bedlmandl steand halt auf in GottsnamUnd bindt eahm seine Bedl- Bedlsäck zsamm,

Er nahm sein Steckerlein wohl unter den ArmUnd geang davan, daß si Gott derbarm.

7.

Das Bedlmandl geang bein Thor hinaus,

Da begegnet eahm da Herr van Haus.

Er wünschet dem Herrn wohl viel Dlück und viel Segn,Und dazu noch das ewige Lebn.

8.

Frau, was hast du en Bedlmandl gebn,

Daß er mir wünschet ein ewiges Lebn?

Ich habe ihm gegeben bald dieses und bald das,Was halt a so a Frau in ihrn Vámögn hat.

9.

Das Bedlmandl kimmt ma neamar ins Haus,Du gibst eahm die Gab bein Fensta hinaus.Du bindst eahm die Gab in a langi Stangar an,Damid das Bedlmandl glanga kan.

10.

Die Frau, die gab an Thala für an Wagn,

Ja, wann sie wo hörat van Bedlmandl ſagn.

Die Kinderlan wernd größa, wernd allweil mehr und meh,Sie stammant ja schon alli vom Bedlmandl he.

ENDE.

7

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Im Goeß! 1907 von Rosina Gasperl vulgo Eggsina gehört, Rasplwerk,Seite 230, uraltes Lied, schon im 1. Kapitel der Fischartschen Geschichtklitterung nacheinem durch Hans Guldenmundt gedruckten fliegendem Blatte des 16. Jahrhunderts.Im Wunderhorn, I. 396, ist der Bettler ein Pilgersmann, in Hoffmann v. Fallerslebenschlesischer Fassung stellt sich im 6. Gsäßl heraus, daß es ein verkappter Edelmann ist,in der Utermark, Erk. II., 16, schlichtweg ein Bettler, in einer niederländischen Fassunggar einer auf ferücken. Auch in Schweden Svenska Fornsanger, I. 320, und im Wen-dischen, Haupt und Schmaler, I.( 102). Weitere Nachweise über Verbreitung in Deutsch-land bei Heeger- Wüst, Volksl. a. d. Rheinpfalz, I., Nr. 50 b.

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