,, zu einem bleibendten Andenken an die luftigiJugendzeit" aufzeichnete und für die Allgemeinheitwohl anfangs kaum beffimmte; das beweift schondie geradezu verfchwenderische Fülle der Verzierung,die Mautner dem kleinen Brevier angedeihen ließ,und in welcher sich neben feinem Verftändnisse fürdas innerfte Wefen der kerngefunden Volksfeele eintreffficheres Auge, köftlicher Humor und eine meiſter-liche Beherrschung der Technik bekundet.
Indeffen drängten einige Freunde in Erkenntnisdes Umftandes, daß es fich hier um ein Kabinett-Itück von feltener Originalität handelte, zur Ver-öffentlichung, und so ift dank dem multergültigenReproduktionsverfahren der Wiener KunftanstaltJaffé ein Werk entstanden, welches nach Inhalt undForm für den Kenner ein bibliophiles Kuriofum vonintimſtem Reize darftellt.
Doch Ichauen wir uns das Büchlein ein weniggenauer an!
Wie Ichon gelagt, nach feinem Äußeren falt einkleines Hausbrevier. Freilich, hiezu ift der Inhaltzu wenig heilig. Lefen wir einmal aufs Geratewohl:,, Wia li bei mein Vodan und mafch Muadan's Heirotnzuatrogn hot."" Sibn Joahr vorn Zommgebn land'sdos erfchtimol banona g'legn, homd a kloans Bualgmocht, dos bin i!"
Oho! das ist derbe Volksdichtung und etwas grobeKoft, und die Bildlein geben fich wie der Text, ohnefallche Scham und Ziererei. Oder blättern wir weiter,da gibt es hunderterlei Kleinigkeiten, bald kleine
Köpfe, augenfcheinlich Porträts, bald winzigeGruppen in alten fteirischen Trachten, dann wiederkleine Landschaften, die der Eingeweihte erkennt;hier Iteht auf einer felfenwand der unvergeßlicheFreund der grünen mark, der gute ErzherzogJohann, in feinem Alpenfrack, dort ift gleich einganzes Almbildchen, das in einer kleinen Damenuhrleicht Platz hätte. Die Hütten, die Sennerin und dasAlmvieh, die tannenbewachsenen Berge und dieweiteren Schneeberge, vorn das„ Almtred" vollerAlpenrofen, und vom nahen Holzfchlag kommt derfrische Almbua zu feiner Herzallerliebsten.
noch ein anderes Bild: Ein tolles Gewühl tanzen-der Leute, in der Mitte Vermummte mit langen Nalenund breiten Hüten, auf hoher Spielkanzel die länd-lichen Musikanten, der luftige fafching im Alpendorf.Hier wieder ein Jnitiale, darinnen kniet ein Kaifer-jäger in der Montur des Jahres 1859, das Gewehrim Anschlage, dazu ein Lied aus dem italienischenFeldzuge. Überhaupt der Soldatenlieder eine ganze
Reihe.
Doch genug! Man lieht aus jedem Federzuge dieLiebe des Sammlers und den Spaß, mit dem er jedesneue Blättchen„, illuminierte"; alle in leuchtendenFarben und luftigfter Ausführung.
Die Texte lind ohne die geringfte Hinzugabe ausEigenem getreu nach dem Volksmunde wiedergegeben.Die Sammlung ist somit auch für den Volksliedforschernicht ohne Wert; diefem dient auch der Anhang,welcher neben einer Vergleichung der bereits anderen