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zwanges beibehalten. Es wird nämlich vom Bürgermeister ein Tag bestimmt unddurch Austrommeln bekanntgegeben, an dem sämtliche Teilhaber der betreffenden Wiesen-gründe gleichzeitig zu mähen beginnen müssen.
Sobald die Heuernte in der Talsohle und auf den Abhängenfertig ist, steigt man gegen den 15. August auf die Alpen der zweitenStaffel( Vallon, Buffa, Mottua), wo sich prächtige Mähwiesen bis zurHöhe von 2400 m ausdehnen. Erst gegen Mitte September wird hierdie Heuernte beendet; auf diese Weise braucht ein Bessaner, dereinen größeren Besitz hat, etwa zwei Monate, um sein ganzes Heueinzubringen.
Die Dorfscheunen können die großen Heuvorräte für die Winter-monate nicht fassen und so muß ein Teil vom oben gemähten Heuin den Stadeln( moula) untergebracht werden, die 400 bis 600 m ober-halb Bessans liegen. Es sind dies niedrige Steinbauten mit kleinenÖffnungen ohne Tür und mit stein beschwertem, nur schwach ge-neigtem Dach; mit Rücksicht auf die Lawinengefahr lehnen sie sichganz an den Bergabhang an.( Taf. VIII, Fig. 1.) Von diesen Stadelnwird im Winter das Heu ins Tal befördert.
Da das Hinabschaffen der Heuvorräte die Hauptbeschäftigungder Bessaner im Winter bildet und da die hiezu verwendeten Geräteeigenartig sind, scheint es mir angezeigt, diese Arbeit etwas ausführ-licher zu schildern.
Hinabschaffen der Heuvorräte im Winter. Geräte.
Gegen Ende November, wenn die Schneedecke auf den Bergenfest gefroren ist, beginnt man das Heu von den Stadeln hinabzu-schaffen. Tags vorher gehen einige Männer mit Hacken und Schaufelnhinauf, um den kürzesten Weg durch den Schnee zu bahnen. Amnächsten Morgen gegen 5 Uhr versammeln sich 40 bis 50 Männer, umgemeinsam hinaufzusteigen. Es ist immer von Vorteil, wenn einegrößere Gesellschaft zusammengeht, denn so wird der gebahnte Wegam besten ausgenützt und man kann einander auch gegenseitig be-hilflich sein.
Die Männer tragen ihr gewöhnliches Werktagskleid, dazuGamaschen aus dickem hausgewebten Tuch und Steigeisen. Jeder hatauf der Schulter sein Gerät, das sowohl zum Binden des Heues alsauch zum Hinabschaffen desselben dient.( Taf IX, Fig. 1.)
Man findet gegenwärtig in Bessans zweierlei Arten dieses Ge-rätes: die ältere, die im Verschwinden begriffen ist, heißt» arné«<, dieneuere» bayard«<.
Arné" besteht aus drei entlaubten Ästen( bauzon), die etwa 2 m lang sind undden Schlitten, der auf abschüssigen Gebirgspfaden nicht vorwärtskommen könnte, gewisser-maßen ersetzen. An einem Ende dieser Äste sind Verzweigungen, die derart ineinander-geflochten werden, daß sie einen Bügel( forcola) bilden; dieser ist mit Stroh umwickelt,um beim Abwärtsfahren nicht beschädigt zu werden.( Taf. VI, Fig. 7.) An dem Bügel sinddrei mit Holzschlaufen( trolle) versehene Stricke und eine Schlinge zum Ziehen der Lastangebracht. An dem entgegengesetzten Ende der Äste sind gleichfalls drei lange Stricke