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genannt), die mit einem aufklappbaren Holzdeckel dicht verschlossen werden kann; durcheine daran befestigte Schnur wird dieser Ventilator geöffnet. In Val d'Isère, der letztenGemeinde talaufwärts, ist bereits in mehreren Häusern der menschliche Wohnraum vomeigentlichen Stall durch ein zirka 1 m 20 cm hohes Holzgitter abgetrennt.
Queyras( Dauphiné).
In den Hochtälern des Queyras begegnet man einer Hausform,die in mancher Beziehung der Bessaner ähnlich ist. Die Kenntnisdieses Hauses verdanken wir der Arbeit von Professor RaoulBlanchard, 1) der ich auch das Wesentlichste entnehme.
Das Haus von Queyras enthält zwei durch einen Wirtschaftshof miteinander ver-bundene Baulichkeiten:
besteht.
1. Das Winterhaus, das aus der Stallwohnung mit einer darüber gelegenen Scheune
2. Die bedeutend kleinere Sommerwohnung, die die Küche und ein darüber oderdaneben gelegenes Zimmer enthält.
Die Stallwohnung nimmt das ganze Untergeschoß der Winterwohnung in Anspruchund ist dort, wo das Terrain ansteigt, zum größten Teil kellerartig angelegt. Dieses teil-weise Vergraben der Stallwohnung in den Erdboden ist nach Professor BlanchardsMeinung eine Schutzmaßregel gegen Kälte. Das Scheunentor wird bei derartigen Häusernan der hinteren Traufseite zu ebener Erde angebracht, um das mühsame Hinaufbefördernder Heumengen über die Stiege im Wirtschaftshof zu vermeiden. Dadurch, daß die Scheuneeinige niedrige, durch Balkenlagen voneinander getrennte Stockwerke für die großenWintervorräte an Heu, Getreide und anderen Lebensmitteln enthält, erscheint das Winter-haus hoch und geräumig; hingegen ist die Sommerwohnung nur ganz klein und un-bedeutend.
Die Hausanlage von Queyras entspricht insofern jener vonBessans, als auch hier über der Stallwohnung die Scheune, über derKüche die Sommerstuben zu liegen kommen. Während aber imQueyras die scharfe Trennung von Sommer- und Winterwohnungsich bereits in den ältesten Häusern findet, hat eine derartigeDifferenzierung in Bessans ursprünglich nicht bestanden.
Die Stallwohnungen sollen( nach Dachler und Bancalari) inFrankreich außer in den bereits erwähnten Gebieten noch in Briançon,in den Hautes- Alpes und in der Tarne et Garonne vorkommen; inder Bretagne ist der Stall von der Küche, die gleichzeitig als Schlaf-raum dient, nur durch eine Holzwand getrennt, der Futtertrog stehtin der Küche und in der Wand sind Löcher für die Köpfe der Tiereausgeschnitten.
Piemont.
In dem an Savoyen grenzenden Gebiet des Piemonts sindebenfalls Stallwohnungen verbreitet Ich hatte Gelegenheit, sieflüchtig in den Gemeinden Novalesa( Val Susa) und in Chiamonte( Val Riparia) zu sehen.
Das Haus ist hier so angelegt, daß die Stallwohnung sich im Keller- oder im Erd-geschoß befindet, während die Scheune, die Küche und die Zimmer darüber gelegen sind.
1) Prof. Raoul Blanchard: L'habitation en Queyras. Géographie 1909.