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Hochgebirgsvolk in Savoyen und Graubünden : ein Beitrag zur romanischen Volkskunde
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letzteren sind so ziemlich die gleichen wie in Bessans.( Taf. III,Fig. 5.)

Fast neben jedem Haus in Bonneval befindet sich ein kleiner,den Keller ersetzender Bau aus Stein, welcher, derart angelegt ist,daß sein Boden bis zum Wasserspiegel des Grundwassers gegrabenist; hier werden nun sowohl die Milch selbst als auch fertige Milch-produkte aufbewahrt.

An der vorderen Traufseite des Hauses findet man auch hieröfters einen durch die Verlängerung des Flurs entstandenen Vorbauaus Stein.

Das Haus von Lanslevillard( 1380 m), der nächsten tal-abwärts auf Bessans folgenden Gemeinde, weist eine dem BessanerHause gleiche Anlage auf. Während aber in Bonneval und in Bessanssämtliche Stallwohnungen im Winter von den Besitzern bewohntwerden, ist in Lanslevillard diese ursprünglich allgemeine Gewohn-heit heute bereits im Verschwinden begriffen. Nur einige alteLeute halten sich noch in der Stallwohnung auf, die übrigen aberbewohnen fast das ganze Jahr die im Erdgeschoß neben der Scheuneangebauten Zimmer, welche im Winter mit Eisenöfen beheizt werden.Da Lanslevillard nur 1380 m hoch in einer relativ reich bewaldetenGegend gelegen ist, scheint eben die Notwendigkeit, den Stall imWinter zu bewohnen, hier weniger dringend zu sein als in Bonnevalund in Bessans. Wenn aber in Lanslevillard einzelne Leute trotzdeman dieser Gewohnheit noch festhalten, so ist dies laut Mitteilung derEinheimischen in der nächsten Gemeinde Lanslebourg sowie im übrigenTeil der Hohen Maurienne nirgends mehr der Fall.

So viel ich auf Grund eines kurzen Aufenthaltes in Lanslebourg urteilen kann,weicht die dortige Hausanlage insofern von jener der drei besprochenen Gemeinden ab, alsdie Küche sich hier nicht mehr im Keller-, sondern im Erdgeschoß neben der Scheuneund den Zimmern befindet.( Taf. III, Fig. 2, f.) Häufig kommt noch ein Wohnstock überdem Erdgeschoß dazu. Der verkürzte Flur, der Stall, der Keller und die Vorratskammersind jedoch im Souterraingeschoß geblieben.

Neben dieser Hausanlage kommt noch ausnahmsweise in alten Häusern der Typusvon Lanslevillard vor, Ich hatte leider keine Möglichkeit, die übrigen zwischen Lanslebourgund Modane gelegenen Gemeinden der Hohen Maurienne zu besuchen; nach den Aus-sagen einiger Bessaner, die in den betreffenden Dörfern öfters gewesen sind, soll dortallgemein die Hausanlage von Lanslebourg herrschen. Fast in allen diesen Gemeindenbesteht aber die Sitte, die langen Winterabende in dem von den Menschen sonst nichtmehr bewohnten Stall zu verbringen.

Die Zusammenfassung des bisher Gesagten ergibt also, daß imGebiete der Hohen Maurienne drei Haustypen zu unterscheiden sind:1. Der einfachsten Hausform begegnen wir in Bonneval, wo imKellergeschoß Küche, Stall und Wohnung in einem einzigen Raum untergebracht sind,während das Erdgeschoß nur die Scheune enthält.( Taf. III, Fig. 2, a, b.) Die Stallwohnungwird hier von den Besitzern das ganze Jahr bewohnt.

2. Etwas vorgeschrittener ist die Hausform von Bessans. Im Keller-geschoß bilden Wohnraum und Stall noch immer eine Einheit, hingegen ist die Küche