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ursprünglich fast an sämtlichen Häusern solche Vorbauten angebrachtgewesen sein. In den neugebauten oder umgebauten Häusern siehtman den Vorbau nur mehr selten nach außen hervortreten. Eine ver-gleichende Betrachtung der Kellergeschoßgrundrisse eines alten undeines neueren Hauses zeigt jedoch, daß dieses Verschwindendes Vorbaues eigentlich nur scheinbar ist. Da die altertümlicheKellergeschoßanlage in den meisten modernisierten, allseitig er-weiterten Häusern fast unverändert beibehalten wurde, ist derursprünglich hinausgerückte Flurteil gewissermaßen in das erweiterteGrundrißviereck wieder aufgenommen worden, wodurch die Hausfrontsich ganz geradlinig gestalten konnte.( Vergl. Taf. III, Fig. a, b.) EineAnzahl Bessaner Häuser hat aber bis heute diese Entwicklungsstufenoch nicht erreicht. Da nämlich der Umbau alter Häuser häufig nurdie Erhöhung des Keller- und des Erdgeschosses bezweckte, die Er-weiterung des Grundrisses hingegen hauptsächlich nach der hinterenTraufseite und der Giebelseite vorgenommen wurde, konnte sichder Vorbau noch vielfach erhalten. Die Veränderungen, die sowohler selbst als auch der übrige Teil der Fassade, an der er angebrachtist, im Laufe der Zeit erfahren hat, sollen nun den Gegenstandder folgenden Besprechung bilden.
Unter den in Bessans bestehenden Häusern mit Vorbau lassensich folgende fünf Form en feststellen:
1. Die verbreitetste und eine der ältesten Hausformen ist diejenige, beider der Vorbau nicht bis zum Hausdach reicht. Dieses letztere ragt zum Schutz vorWitterungsunbilden so stark vor, daß sich der Dachrand mit der Vorder wand des Vorbauesin einer Linie befindet.
2. Eine gleichgeartete Hausform, nur mit dem Unterschied, daß die Vorder-wand des Vorbaues durch Trockenmauerwerk bis zum Hausdach verlängert wurde.( Taf. II,Fig. 1.) Dies geschah nachträglich zur Stütze des stark vorspringenden Daches, welchessich unter der Schwere der Schieferplatten immer mehr gegen die Mitte zu einsenkte.
3. Ein mit der Hausform Nr. 1 ungefähr gleichalteriger Typus, bei dem derVorbau bis zum Hausdach reicht und der von vornherein in dieser Art erbaut wurde.( Taf. II, Fig. 2.)
4. Eine jüngere Hausform als die bisher geschilderte, bei der der Vorbau wiebeim Typus Nr. 1 nicht zum Dach reicht. Das Haus ist jedoch bedeutend höher gebautund zwischen dem Dach und dem Vorbau ist eine Laube angebracht.( Taf. II, Fig. 3.)
5. Schließlich eine gleichfalls rezente Hausform, bei der der Vorbau, ähnlichwie beim Typus Nr. 3, bis zum Dach reicht.( Taf. II, Fig. 4.) Diese jüngere Form weicht
Kälte durch einen gangförmigen Vorraum in Verbindung steht." Prof. Dr. Karl Weule:Kulturelemente der Menschheit. S. 84.
Auch bei den Grönland- Eskimos Glossary ::: show glossary-entry Eskimos gelangt man in das Haus durch einenlangen engen Gang, der den Zweck hat, das Eindringen der kalten und das Entweichender warmen Luft zu verhindern". Fridtjof Nansen: Eskimoleben Glossary ::: show glossary-entry Eskimoleben. S. 68.
In diesem Zusammenhange könnte man vielleicht auch die Holzlauben erwähnen,die an dem rumänischen Bauernhaus in der Bukowina zum Schutz des Haus-einganges vor Regen und Schnee angebracht sind. Diese Holzlauben, die vor der äußerenEingangstür stehen und durch die partielle Verlängerung des Daches bedeckt werden,sind gewöhnlich bis zur Brüstungshöhe verschalt. Gar oft aber wird der gegen Westen,die eigentliche Wetterseite, gerichtete Teil ganz mit Brettern oder Balken verdeckt.E. Weslowski: Das rumänische Bauernhaus in der Bukowina. Z. f. ö. V. S. 104.