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Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Volkskunde von Montenegro, Albanien und Serbien : Ergebnisse einer Forschungsreise in den von den k. u. k. Truppen besetzten Gebieten ; Sommer 1916
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Außerdem waren im Hochlande kettchengeschmückte Stirngehängealler Art, Hals- und Brustschmuck aus Silber verbreitet. In der Ebenezwischen Skodra und Alessio waren die letzteren aus horizontalgereihten Ketten zusammengesetzt.( Abb. 37.) Ferner wurden hier von denFrauen an Achselschnüren zu dritt aufgereihte dreieckige Amulettbüchsengetragen, aus einer packfongartigen Legierung gegossen und nachziseliert.In der Nähe des alten Bischofsitzes Kalmeti spielten eine große Rolleauch Kreuzanhänger aller Art, von feinziselierten, recht geschmackvollenSilberkreuzen herunter bis zum einfach gegossenen Messingkreuz. All diegenannten Arbeiten wurden von den Skutariner Silberschmieden imGeschmack der betreffenden Gegenden erzeugt. Im mohammedanischen Glossary ::: show glossary-entry  mohammedanischenSüden dürfte der Frauenschmuck durch die strengen Kleidungsgesetzeverkümmert worden sein, wenn er hier jemals so hoch entwickelt warwie im Norden. Dagegen hat er heute noch seine Stätte, wo auch diealte Volkstracht noch in Blüte steht, so in der Mirdita und in denGebieten, die kulturell schon nach Makedonien überleiten, wie in Elbasan.

Dort kann man bei den Silberschmieden, wie schon erwähnt, all die Typendes» türkischen« Schmuckes sehen, die überall im Bereiche des Islam von Turkestanbis an die Westküste Afrikas begegnen, mit der islamitischen Herrenbevölkerungaber im ganzen Bereich offenbar nur mittelbar zu tun haben und vielmehr schonErbe des künstlerischen Schatzes des oströmischen Reiches sind, wobei das Hand-werk oftmals örtlich in mancherlei prähistorische Überlieferungenrückfällig geworden zu sein scheint, deren späteste Ausprägung wir in südrussischenSilberfunden, den Hacksilberfunden Norddeutschlands und anderem besitzen. Hiehergehört der ganze» östliche« oder» orientalische Glossary ::: show glossary-entry  orientalische« Silberschmuck aus Klapperblechen,Kettchen und dergleichen.

Schwieriger ist es, bezüglich der paarigen und dreiteiligen Gürtelschließen inTreibarbeit, der Gürtel und Patronentaschen der Männer gleicher Technik zu einemkunstgeschichtlich klaren Urteil zu gelangen. Die Formen der Schließen gehensicherlich auf südosteuropäische Vorbilder zurück, die Patronentaschen dürften sichaus jenen blechbeschlagenen Ledertaschen entwickelt haben, die man in mittel-alterlichen Gräbern Ungarns in Massen gefunden hat. In diesem mittel-alterlichen Kunstgut wurzelt wohl auch die Treibarbeit, die heute noch die Silber-schmiedetechnik der gesamten Halbinsel beherrscht. Doch ist ihr Ornamentschatzdarum kein sehr alter: neben orientalischen Glossary ::: show glossary-entry  orientalischen Palmetten, Granatapfelmustern undergleichen findet man mitunter auch starke Anklänge an Barock und Rokokoes hat sich auch hier abendländische Glossary ::: show glossary-entry  abendländische und östliche Kunstrichtung durchkreuzt undbeeinflußt, wie an anderem Orte noch ausführlicher dargelegt werden soll.

Im ganzen sei daran festgehalten, daß der» türkische« Silber-schmuck, hauptsächlich in den nördlichen Randgebieten Albaniens( malcija madhe) im Anschluß an Monteneground in der Mirditaim Anschluß an Makedonien verbreitet, sich deutlich abhebt vonlokalen, christlichem Einfluß verdankten Formen wie in derGegend von Kalmeti, und von einem nur mehr in Resten vorhandenenMessingschmuck älterer Artung einerseits frühmittelalterlichen, andererseitsganz prähistorischen Charakters.

Den neuzeitlichsten Charakter hat der Schmuck derSkutariner Frauen.( Abb. 39.) Hier überwiegt die Vergoldung der