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Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Volkskunde von Montenegro, Albanien und Serbien : Ergebnisse einer Forschungsreise in den von den k. u. k. Truppen besetzten Gebieten ; Sommer 1916
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Mitteleuropa Bauerngut zumeist kaum über den engsten Bereich einesTales oder Talabschnittes hinaus sich herschreibt.

Als alteinheimische Handfertigkeiten bleiben somit nur das Strickender Socken und sicherlich das Spinnen wie die gesamte Stoff-bereitung zur Herstellung der alten Filzlodentracht zu erwähnen.63)

Zum Spinnen bedienen sich die Albanerinnen der Hochländergaueganz allgemein der bekannten Spinnstöcke, die einen brettchenförmigenAufsatz besitzen, wobei Zinken und Durchbrechungen des letzteren nochdeutlich die Abstammung von Formen erkennen lassen, die als unmittel-bare Verwandte der montenegrinischen zu gelten haben. Vielfach sind sieganz glatt und unverziert. Auf fünf Spinnstöcke entfällt kaum ein mitKerbschnitt verziertes Stück, wobei der gänzliche Mangel von krumm-linigen Mustern, Rosetten und dergleichen auffällt. In Miloti sah ich einaltes, halbzerbrochenes Stück, das noch ziemlich lange Zinken besaß. DieGeräte sind zumeist Minnegaben wie in Montenegro. Es wird über siegelegentlich im besonderen zu handeln sein.

Südlich des Krabegebirges begegnete ich einer anderen Form, beider eine zugeschnittene Zwiesel nach oben zu zusammengebogen undmit einer Schnur verbunden ist. In der Mitte sind zwei Zinken zum Auf-stecken der Wolle ausgeschnitten.

In Südalbanien( Berat) endlich findet man Stöcke mit Knotungenoder quirlartig ausgeschnittenen Hakenstellungen in mehrfacher Über-einanderstellung, ähnlich wie in Makedonien( Monastir). Die Spindel wirdallgemein in der Hand gedreht, beziehungsweise gewirbelt, wobei ver-schiedene Formen in Gebrauch sind; ganz einfach ist die nordalbanische;in Tirana kommen Stäbchen mit aufsteckbaren Holzwirteln in Form derprähistorischen Tonwirtel auf den Markt. Zahlreiche Abwandlungen siehtman schließlich in Makedonien.( Taf. XI, 1-13.)

Von der Spindel wird der Faden in einen Knäuel abgewunden undin einem Körbchen aufgehoben.

Zum Häkeln bedient man sich hölzerner Nadeln, der Wollknäuelwird manchmal auf ein ganz kleines spinnstockartiges Holz im Gürtelaufgesteckt.( Miloti.)( Taf. XI, 8.)

Zur Verfilzung des Materials nach seiner Bereitung auf dem Web-stuhl verwendet man Stampfen wie bereits beschrieben. Am Web-stuhl selbst fallen eine Anzahl romanischer Bezeichnungen auf. Das End-produkt ist allgemein ein vorwiegend weißer, seltener brauner gefilzterLoden, aus dem hier so gut wie überall die ursprünglichen Volkstrachtenhergestellt werden, mit denen wir uns nunmehr des Näheren zu befassenhaben.

3. Das albanische Trachtenwesen.

In Material und

Die Männertrachten. 64)

Schnitt haben die albanischen Volks-trachten mancherlei altertümliche Züge bewahrt, im ganzen genommenaber kaum mehr als bei anderen Volksgruppen Osteuropas. Im Gegenteil: