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Spuren albanischen Trachten wesens lassen sich bisKolaschin verfolgen. So begegnete ich dort mehreren Männern mitschnurbenähten Hosen nach albanischer Art, einer trug auch den weißenKopfbund Nordalbaniens. Befragt, ob er ein Albaner sei, war er ganzbeleidigt und erklärte» keineswegs«<, er sei Montenegriner, und beim Hin-weis auf seine Kopftracht, er trage den Bund nur weil er Kopfweh habe,ein bezeichnendes Beispiel dafür, wie nationale schärfste Gegensätzlichkeitunabhängig vom Kulturmischungsprozeß gedeihen kann. Nordwärts vonPodgorica im Gebiete des Durchbruchs der Morača wiegt in der Frauen-tracht Schürzen und ärmellose Mäntel nicht ausgenommen dieschwarze Farbe vor,eine Erscheinung, die sich über die Malcija madhenach Nordalbanien fortsetzt. Verfolgt man die Trachtenentwicklung dieserGebiete geschichtlich etwas zurück, wie dies an der Hand einzelnerfrüherer Erhebungen ganz gut geschehen kann, so zeigt sich, daß west-wärts bis Rijeka, nördlich bis in das Gebiet der Piva starke Beziehungenmit den nordalbanischen Trachten bestehen, als sichtbares Zeugnis deralten Zusammenhänge der dort wohnenden Stämme( Kućen, Vasojevici,Bratanožici) mit den Vorfahren der Malisoren der Hochländergaue. Hiehergehören die von diesen Stämmen uns erwähnten Džamadanjackenmit geschlitzten Ärmeln, noch mehr die kurzärmeligen Džurdinjackender Kućen und Vasojevici, vereinzelte Hosenformen und anderes. Fraglichist, ob die dicken Schafwollröcke der Frauen in manchen dieser Gebietehieher zu rechnen sind; dem Namen nach stimmen sie mit den albanischenRöcken überein, doch möchte ich sie ihrem Schnitt nach eher aus abend-ländischen Glossar ::: zum Glossareintrag ländischen Quellen herleiten. Ferner tragen die Bewohner des Morača-gebietes und Drobnjak, dann die Kućen einen Kapuzenmantel, derauch in der albanischen Tracht vielfach typisch auftaucht, freilich auchdarüber hinaus noch weite Verbreitung auf der Halbinsel besitzt.
Umgekehrt hat sich auf albanisches Volkstum der Malcija madheder ärmellose Mantel der Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber übertragen; auch bei der Kopf-tracht der dortigen Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber, dem silberschmuckverzierten Mädchen-käppi mit angeheftetem Kopftuch, dem einfachen Kopftuch der Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber,darf wohl an derartige Entlehnung gedacht werden. Beide Formen sindüber das ganze südslawische Wohngebiet, besonders im Westen derHalbinsel, verbreitet. Wenn hinwiederum bei den Kućen die Frauen, wieErdeljanović berichtet, um dieses Kopftuch auch noch ein wagrechtgerolltes Tuch schlingen, so ist dies andererseits ein Rest städtischerorthodoxer Kopftracht, der anderwärts noch in voller Übung steht.
Das altartigste Trachtenstück, das in Montenegro noch angetroffenwird, ist zweifelsohne die» Struka«, eine manchmal 2-3 m lange undüber 12 m breite Schafwolldecke, braun oder weiß, mit Fransen an denSchmalseiten. Sie ist, von Süddalmatien und der südlichen Herzegowinaangefangen, für ganz Westmontenegro nachgewiesen und reicht von hier,dem Gebiete des Steinkarstes folgend, in das nordalbanische Hochlandhinüber. Heute wird sie allerdings nur mehr selten gesehen. In Montenegro
Zeitschrift für österr. Volkskunde. XXIII. Ergänz.- Bd. XII.
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