Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde18 (1912) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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18 (1912) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Literatur der österreichischen Volkskunde.

zwecklos wiedergebrachtes altes liefern die rege beschickten Veröffentlichungen derheimatkundlichen Vereinigungen Oberösterreichs( Rieder-, Schärdinger- und BraunauerHeimatkunde), unter denen besonders die Abhandlung Der Teufel in der Sage"( Innviertler Heimatkunde 4[ 1911], S. 138 ff.; 5, S. 2 f.) zu nennen wäre. Die Ausstattungdes Büchleins ist sehr primitiv Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiv und steht zum Beispiel hinter der soeben aucherschienenen Volksausgabe von Hans v. d. Sanns Sagen aus der grünen Mark( Leykam, Graz 1912) beschämend weit zurück.

Dr. Alfred Webinger,

7. Oststeirisches Bauernleben. Von Rosa Fischer. Mit einer Vorrede vonP. Rosegger. Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage. Leykam. Graz 1906. Oktav, 290 S.Die erste Auflage dieses Buchies vertrug wohl eine Veränderung. Vor allem fielUncharakteristisches fort, dann verschwanden allgemeine Betrachtungen der Verfasserin,die nur störend wirkten, so zum Beispiel persönliche Ansichten über das Schweine-stechen( S. 29), über Vivisektion, über den Unterschied der Religionsbekenntnisse( S. 259 ff.), über unandächtiges Gebet und anderes; allzu schwärmerische Naturschilderungwurde gedämpft; freilich ist in der zweiten Auflage leider manches nimmer zu finden,was besser nicht vermißt würde. So zum Beispiel Sprüche, die der Verfasserin vielleichtanstößig erschienen( wo nicht ist Mistus, da ist auch nicht Christus", 1. Absatz, S. 11),einzelne Spiele( Stockschlagen), Lieder, die etwa zu sehr nach der Schule schmeckten,aber dennoch erwähnenswert wären.( Kinderlieder: Zizibee, Zizibee, Stieglitz, Stieglitz,Mirzerl und Moizerl, 1. Absatz, S. 141. Lieder Erwachsener: Wir Buama san rechtlusti",, Es naht sich an die Weihnachtszeit, Koan Bauer mag ih ah nimmer bleiben,1. Absatz, S. 153 f. und andere.) Dafür treffen wir Neues, so sind die Hausinschriftenvermehrt( S. 19 f.), Lieder sind teilweise vollständiger gebracht, Rätsel und Redensartenerscheinen vermehrt, Grußformen, Eheleben und Schicksal der Armen werden jetzt erstberücksichtigt. Dazu kommt neu ein ganzes Kapitel: Unterschiedliches anderes Altesund Neues aus Berg und Tal", S. 136-153( Wirtschaftsweise und Leben von Berg- undTalbauern in ihren Gegensätzen). Das Buch ist mit einem Wort sachlicher geworden,im Ausdruck ruhiger, läßt sich besser an als die erste Auflage, wenn es auch von Hausaus überhaupt nicht besonders viel Unbekanntes brachte.

Dr. Alfred Webinger.

8. Dr. Richard Braungart. Die Urheimat der Landwirtschaftaller indogermanischen Völker an der Geschichte der Kultur-pflanzen und Ackerbaugeräte in Mittel- und Nordeuropa nach-gewiesen. Heidelberg, Winter 1912. 469 S.

Wenn unsere Zeit daran ist, durch gewaltige Wanderhewegungen ein Völkerchaoszu schaffen, wie es wohl noch keine Zeitperiode in der Weltgeschichte gesehen hat, so tutsie es doch nicht, ohne daß diese Entwicklung von vielen Seiten und auch von den ver-schiedensten Gesichtspunkten aus mit tiefem Bedauern und mit schweren Besorgnissenverfolgt würde. Es ist geradezu charakteristisch, daß wohl nie in dem Umfange, wie diesjetzt der Fall ist, das Rassenproblem das Interesse weitester Kreise in Anspruch ge-nommen hat und mit ihm ein im Wesen prähistorischer Prozeß, der zu dem jetzt sichabspielenden in entscheidenden Punkten im Gegensatz steht. Für die Lösung desProblems bieten sich in mächtig anschwellendem Ausmaß immer mehr und immer neueHilfsmittel dar; heute taucht eine Lehrmeinung auf, die morgen durch eine andereerschüttert wird; aber trotzdem konsolidiert sich das wissenschaftliche Gebäude allmälig,weil des Baumaterials immer mehr und weil dieses selbst immer solider wird. DieFrage nach der Urheimat der Indogermanen hängt mit dem Rassenproblem zusammenund hat sich innerhalb desselben einen ersten Platz errungen. Wenn nun aus den ver-schiedensten, hier nicht zu erörternden Gründen die vorgefaßte Meinung früherer Zeit,die alles aus dem Osten herleitete, die Völkerwanderungen als regelmäßig von Ost nachWest verlaufend bezeichnete und unserer ganzen Kultur und Zivilisation einen östlichen,meist semitischen Ursprung zuschrieb, allmälig schwere Beeinträchtigungen erfahren hat,

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