Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde18 (1912) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
18 (1912) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Weslowski.

am Ende einen Haken zur Aufnahme des Eimers( ciutură, galeată) auf-weist. Anschließend an die hölzerne Brüstung des Ziehbrunnens bemerktman noch einen ausgehöhlten Baumstamm( jghiab, teucă), eine ArtTrog als Trinkgefäß für Viehstücke. Man trifft aber auch schon imGebirge und am Lande oft Brunnen mit Kurbel und Rädern undmit einer zierlich konstruierten typischen Bedachung. Es sei nochhier erwähnt, daß der Brunnen in der Volkspoesie vielfach besungenwird. Ist er doch das Örtchen, wo sich Liebende erwarten und womit Erfolg geweissagt und gehext wird.

Beleuchtung.

Lange Zeit war das offene Herdfeuer die einzige Beleuchtungder menschlichen Wohnung gewesen und sie ist es noch jetzt in derarmseligen Hütte des Armen geblieben. Der Holzbrand, der an-gezündete Fichten- oder Birkenspan wurden vielfach als transportableBelichtung verwendet. Zur selben war als Fackel( fachia) zusammen-gerollte Birkenrinde, welche die endlosen Birkenhaine lieferten, inGebrauch. Aus dieser Zeit stammen noch einige Arten von Holz-leuchtern von der Form eines Pfeilbogens. Ein Exemplar ältestenDatums befindet sich zurzeit im Bukarester Museum für nationaleKunst und Ethnographie. Vielleicht gleichzeitig mit der Fackel wardas primitive Glossar ::: zum Glossareintrag  primitive rumänische Öllämpchen( opait) in Gebrauch. Es ist dieseine aus Ton gebrannte flache kleine Schale. Als Brennstoff wurde Öl,welches auf recht primitive Glossar ::: zum Glossareintrag  primitive Art aus Hanf-, Flachs-, Sonnenblumen-oder Kürbiskörnern erzeugt wurde, benützt. In der Mitte der Schalewar ein durchlochtes Holzstäbchen, aus welchem ein kleiner Teildes Dochtes nach oben herausragte, zu bemerken. Der Docht bestandaus einem zusammengerollten alten Leinwandstreifen. Nicht seltenwurde an Stelle des Öles Tierfett verwendet. Der Talg aus Schaffett.( sou) eignet sich hierzu am besten. Der durch Hitze geschmolzeneSchafstalg wurde in eine Schale erst dann gegossen, wenn zuvor daseine Ende des Dochtes am Grunde derselben mit einem Steinchenbefestigt war,während das andere Ende in lotrechter Richtung biszur Erstarrung des Fettes in der Hand gehalten wurde. Die er-wähnten Öllämpchen, wenn sie überhaupt diese Benennung verdienen,hatten verschiedene Formen, waren zumeist glasiert und vielfach mitbunten verworrenen Ornamenten versehen. Für den Totenkultus undkirchlichen Gebrauch wurden seit unvordenklichen Zeiten Wachs-kerzen verwendet. Anfangs wohl von den Mönchen, dann auch vonden Frauen erzeugt. Die Erzeugung von Wachskerzen ist jetzt all-gemein. Mit der Zunahme der Bevölkerung und der raschen Ent-wicklung des nationalen Städtewesens wurde die Lichterzeugungauch gewerblich betrieben. Schon zu Beginn des 18. Jahrhundertestreffen wir in der einstmaligen Fürstenstadt Suczawa die Gilde derLichterzeuger( faclieri), welche nunmehr im ganzen Lande nur noch