Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde18 (1912) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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18 (1912) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Weslowski,

scheint im Laufe der vielen Jahrhunderte unverändert geblieben zusein. Zumeist aus Rundhölzern, deren Stämme an Ort und Stellegefällt werden, aufgeführt, weist die Sennhütte einen Flächenraumvon 6 bis 8 auf und ist zumeist mannshoch. Der Einfachheitwegen ist hier entgegen den Überlieferungen an Stelle des stets beimHausbau usuell gewesenen Walmdaches ein offenes Giebeldacherrichtet worden. Als beliebte Dachdeckung ist gewöhnlich Baumrinde,mit Steinen beschwert, in Gebrauch. Der an und für sich kleine Raumwird in zwei Teile, und zwar in den eigentlichen Lagerraum( coliba),wo der Oberhirt, ja mitunter auch ein Teil der übrigen Hirten desNachts schlafen und in dem bei Tag die Käsebereitung vorgenommenwird, und in den zweiten Raum, die Vorratskammer( cămarnic, chelar)gesondert. Im erstgenannten Raum befindet sich auf ebener Erde derHerd, über den an einer Holzschwinge( vîrtej) ein großer Kessel hängt.Seltener bemerkt man an Stelle der Holzschwinge zwei am oberenEnde gabelförmig verästelte, in lotrechter Linie in die Erde getriebeneAststücke( furci), auf denen eine Längsstange( drugar, durubaţă) inwagrechter Richtung zur Aufnahme eines Asthakens, an dem derKessel angebracht wird, ruht. Die Eingangstür der Sennhütte, dienicht einmal bis zum Abschlußbalken reicht, ist äußerst primitiv Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiv. Siebesteht aus einem mit der Axt roh gezimmerten Holzstamm. Unweit derSennhütte bemerkt man zumeist noch zwei Einrichtungen. Es ist diesein offenes Zelt( coşer de oi, perde)( Taf. II, Fig. 2), bestehend aus vierFichtenstangen, auf denen eine Art Verdachung ruht. Die hiezu benütztenStangen bestehen aus herausgehobenen jungen Fichten mit ihrenrechtwinkelig laufenden Wurzelstücken. Zur Herstellung des genanntenZeltes werden die Holzstangen derart benützt, daß entgegen derbisherigen Gepflogenheit die dickeren, jedoch rechtwinkelig laufendenWurzelteile nach oben zu stehen kommen, während das dünnere Endein die Erde getrieben wird. Das besprochene Zelt wird bei regnerischemWetter zum Melken der Schafe benützt, während hinter demselbendie eigentliche Umfriedung( ţarc) für die Schafe sich befindet. Mittelseines gewöhnlichen Zaundurchlasses oder Pferehs( zavoară, strungă)gelangen die Schafe einzeln in das Zelt, wo sie von den Gehilfengemolken werden.

In unmittelbarer Nähe wird gar oft noch ein anderer Unterschlupf( coliba la vatrå) für den übrigen Teil der Hirten und Gehilfen, diein der eigentlichen Sennhütte Raummangels keine Unterkunft findenkönnen, bemerkt. Diese Hütte ist stets von einer aus Spaltholz aus-geführten Umfriedung( nimet) umgeben, in der des Nachts die Schafe,bewacht von den wachsamen Schäferhunden, untergebracht werden.

Im gebirgigen Teil des Landes mit seinen reichen, von derWohnung jedoch entlegenen Wiesen und Weiden wird auch eineandere Art Hütte,» Bordei« genannt( Fig. 19), in der die mit der Pflegeund Wartung der mitunter großen Viehbestände betrauten Familien-