Österreichische Volkskunst.
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wandte Motive angewendet sehen, ob es sich nun um prähistorischeZeiten oder um die Gegenwart handelt, ob es sich um Völkerstämmeaus dem Innern von Afrika oder aus den Küstenländern Nordamerikas,aus den Eisregionen Grönlands dreht.
Ebenso werden wir in der Art der Naturbeobachtung, in derWiederkehr gewisser typischer Tier- und Pflanzengattungen, welchedem Menschen durch ihre Nähe vertraut und durch ihre charakte-ristische Erscheinung besonders auffallend und bedeutungsvoll sind,eine Verwandschaft der räumlich entferntesten Leistungen nachweisenkönnen.
Endlich werden wir in der naiven Art, das Wesentlichste zubetonen, den Kern der Dinge zu treffen, in der Absicht und Fähigkeitzu stilisieren eine innere Verwandtschaft aller volkstümlichenLeistungen auffinden; so bleibt die naiv zugreifende Darstellungs-weise der frühen Altersstufen dem Volke länger erhalten als demdurch Erziehung und Bildung stark veränderten Wesen höhererKulturstufen. Prof. Dr. M. Haberlandt hat diesen weiteren Gesichts-kreis, diesen höheren Gesichtspunkt des ethnographisch Geschultenund künstlerisch Beobachtenden in das Studium der Volkskunst ge-tragen. Insbesondere in der Besprechung der textilen Arbeiten weister solch völkerversöhnende und vermischende Zusammenhänge nach.So etwa anläßlich der Erörterung slowakischer Stickereien, in denendas Vogel( Pfauen-) Motiv so häufig wiederkehrt.
» Einen geradezu verblüffenden Beweis von der ungeheuren,durch den Kulturgang vermittelten Verbreitung dieses Ornaments.in der gleichen textilbestimmten Stilisierung liefert das Vorkommenbestimmter, mit den slowakischen Mustern geradezu identischerFiguren auf Stickereien der Huitschol- Indianer Glossary ::: show glossary-entry Indianer von Neu- Mexiko.Höchstwahrscheinlich haben die Huitschol- Indianer Glossary ::: show glossary-entry Indianer diese Motivevon den spanischen Einwanderern übernommen und materialgerechtweitergebildet wohl ein sprechendes Argument gegen die nationaleZuweisung bestimmter Ornamente.<<
Und an anderer Stelle:» Der Ursprung der böhmischen undmährischen( nebst den ungarisch- slowakischen Stickereien) muß genaudort gesucht werden und ebenso beurteilt werden, wie die tschecho-slawischen Trachten, Keramiken und sonstigen volkskünstlerischenLeistungen der Tschechoslawen. Ihre absolute Originalität, ihre Her-leitung aus urslawischen Zeiten, ihre prähistorischen Ursprünge' sindvollständig von der Hand zu weisen, weil wissenschaftlich absolutunhaltbar. Sowohl die Techniken wie die Ornamentik dieserStickereien sind ihnen im allgemeinen Kulturgange dieser Länderauf verschiedenen Wegen, teils als Fortentwicklung eigenen Früh-besitzes, teils durch die deutschen Städte, durch Kirche und Kloster-schulen, durch die Schulgründungen und Förderungsaktionen der