Österreichische Volkskunst.
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besitzt und wendete sich mit um so größerem Eifer den Aufgabendes täglichen Lebens zu. Das Kunstgewerbe nahm einen hohenAufschwung. Die Kunst im Hause erhielt erhöhte Bedeutung. Archi-tekten, Maler und Bildhauer beschäftigten sich wieder gerne mit denProblemen des täglichen Lebens und mit den Forderungen der Zeitund sogar des Tages.
Zudem sorgten zahlreiche Publikationen, groß angelegte Aus-stellungen für den Kontakt aller künstlerisch Strebenden, verbreitetenalles neu Errungene rasch über die ganze Kulturwelt.
In solcher Zeit war es von besonderer Bedeutung, neue An-regungsgebiete zu erschließen.
Wenn man so weit kam, in dèn künstlerischen Äußerungen derKindesseele, in den vom Spieltrieb, von der unbeschränkten Phantasieder frühen Altersstufen hervorgerufenen Leistungen Eigenschaftenzu entdecken, die eine besondere Beachtung und Wertschätzung ver-dienen, so lag es ja nahe, auch in der Völkerkindheit, in primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag primitivenKulturen Anregungswerte zu suchen.
Hier war sowohl Kraft als Ursprünglichkeit der Ausdrucksweisezu finden hier zeigten sich Traditionen und Überlieferungen invereinfachter entwicklungsfähiger Form. Hier lagen Elemente derBodenständigkeit, der Rasseneigenart, die eine gewisse Wurzelkraftbesaßen und darum all jenen nahegingen, denen der kosmopolitische,der internationale Charakter der modernen Lebensäußerungen uferloszu werden drohte.
Was das Ausstellungswesen auf dem Gebiete der Verbreitungmoderner Errungenschaften geleistet hat, dasselbe hatte dasSammlungswesen auf dem Gebiete der Geschmacksbildung und· künstlerischen Erziehung durch Anschauung zu bewirken.
Vom skandinavischen Norden ist der stärkste Impuls ausge-gangen, durch Aufsammlung und systematische Ordnung volkstüm-licher Arbeiten von künstlerischem, technischem und kulturellemWert die Volkskunst zu würdigen. Und indem man dort nicht nurdie alte Methode der Aneinanderreihung zufällig aufgegriffener, wennauch verwandter Stücke in einer diesen Leistungen fremden Um-gebung verfolgte, sondern gleich danach strebte, ganze Raumgestal-tungen mit allen zusammenhängenden Einzelheiten zu erhalten undendlich ganze Gebäude in ihrem Aufbau und ihrer inneren Aus-stattung als Sammelobjekte zu betrachten, so wurden diese Unter-nehmungen in Stockholm, Christiania, Kopenhagen vorbildlich fürEuropa. Die Freiluftmuseen Skandinaviens und ihre Sammlungennordischer Volkskunst sind aber nicht nur durch die vollkommeneLösung der musealen Aufgabe bedeutungsvoll geworden, sie sind diesauch in hohem Grade durch ihre werbende Kraft, durch die Anregungs-kraft der Schätze, die sie bergen.
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