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Kleine Mitteilungen.
Sprach der Herr zu seinem Knecht:Knecht Kilian, du sollst früh aufsteh'n,Sollst mit dem Vieh auf die Weide geh'n,
Daß es mit G'sund frißt und trinkt.Jetzt habt ihr gehört den Hirtensegen,Gott wird Gab' und Opfer geben,Gab' und Opfer ist uns gewiß,
Hilf uns Gott, Herr Jesu Christ.
Der Halter bekommt dann einen kleinen Betrag als Geschenk, da die regelmäßigenGebühren wöchentlich oder monatlich eingesammelt werden. In einzelnen Ortschaften, zumBeispiel in Leesdorf, findet an diesem Tage auch das„ Ausblasen"( also Zuendeblasen) statt.
In Achau war bereits der Großvater des gegenwärtigen Gemeindehirten Karl Bäckerin dieser Stellung und hat dasselbe gesprochen, wahrscheinlich ebenso wie jener Großvater,so daß auf einen alten Gebrauch geschlossen werden kann. Früher wurde auch Weingegeben, wozu der Halter einen, Plutzer" mittrug. Die Birkenzweige werden in Achau vonGroßau bei Vöslau bezogen. Höfler spricht von Zweigen des Wacholder( Juniperuscommunis)?
Der Hirte ist in der Gemeinde eine geschätzte Person, kennt jedes Stück Vieh, weißdessen schwache Seiten, die er dem Eigentümer mitteilen kann, wird von den Viehkäufernzu Rate gezogen, berichtet über verschiedene Beobachtungen, zum Beispiel das Stieren,und hat den„ Gemeindejodel" in seiner Obhut. Der Bauer hat daher allen Grund, sich mitdem Hirten auf guten Fuß zu setzen.
Gerten sind allgemein bedeutungsvoll als junge Triebe und auch die Martinigertewird„ Lebensrute" genannt¹.) Man glaubt auch, daß die übergebene Gerte dem Vieh Glückbringen soll und verwendet sie im nächsten Frühjahre zum ersten Austreiben desselben.
Gleichzeitig mit dem Hirten gehen auch die Schmied- und Wagnergesellen bei denBauern um den Martinitrunk herum, der jetzt in ein Geldgeschenk verwandelt ist. Be-sonders die Schmiede sind von den Bauern geschätzt, weil sie mehr oder weniger Roßärzte sind.Derlei Gebräuche wie zu Martini oder auch nur als Ansichten zum Ausdruckkommende Überbleibsel uralter Äußerungen sind unter dem Landvolke noch zahlreich er-halten, nur entgehen sie den Städtern, weil diese nicht darauf achten, und die Bauern,Spott fürchtend, damit hinter dem Berge halten.
Ein Gichtbrief.
Von Hugo v. Preen, Osternberg.
Ich entdeckte ihn dieser Tage bei Durchsicht der Warte am Inn( 1894) und erlaubemir, ihn hier wiederzugeben.
„ Von der Mattig wird uns unterm 21. d. M. geschrieben: Am Strande der Mattig,in der Nähe eines größeren Ortes, lebt eine Gichtdoktorin, welche bestimmt für die Gichthelfen kann, wenn man nachstehenden Brief, welchen jeder, der die Gicht hat, von ihrunentgeltlich bekommt, dreimal liest. Alle anderen Mittel, welche von den Doktoren,besonders vom Pfarrer Kneipp, mit seinen Wassergüssen verordnet werden, sagt sie,helfen nichts. Der Brief lautet: Gichtbrief. O Gicht, o Gicht, wie maderst du mich, so klagich bei Gott über dich und bei den allerheiligsten Mann durch den unschuldigen Tod imNamen des heiligsten Kreuzes, der all unsere Sinden auf sich genommen hat. Da kommtdie heilige Anna und spricht: O Gicht, o Gicht, wo wollt ihr hin?( den oder die N. N.den Namen wenn der die Gicht hat). In seinen Leib gehen, wir wollen Fleisch nagen undwollen Blut laben und wollen auch große Schmerzen machen. Da kommt die heiligeJungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrau Maria und spricht: O Gicht, o Gicht, wo wollt ihr hin? Wir wollen, sagt die Gicht,große Schmerzen machen, Ihr sollt nicht Fleisch nagen, sagt die Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrau Maria, und solltnicht Blut laben und sollt keine Schmerzen machen. Gehe hin ich verbiete dir es, duschwindendes Gicht, du wildes Gicht, du brennendes Gicht, du todtes Gicht, du verborgenes
1) Höfler a. a. O.:„ Kultkalender".