Ethnographische Chronik aus Österreich.
37
einen Klotz geschlossen werden kann. Daneben an der Wand die alte SchwarzwälderUhr. Darunter bei der Türe zum Flur hängt der„ Weihbrunn mit geweibtem Glossar ::: zum Glossareintrag geweibtem Wasser;ein bleierner„ Haussegen" ist an der Türe selbst befestigt. Im übrigen hängen daranKleidungsstücke und Hüte; ein Regenschirm und derbe Stöcke stehen in der Ecke.
Von anderem Stubengerät sei noch erwähnt ein Laufstuhl für Kinder und einKinderschlitten mit strohgeflochtenem Sitz.
Aus der Stube treten wir zurück durch die Küche in die Speisekammer( genannt Speis). Rechts ragt der mächtige Backofen in sie hinein, auf dem eine Brot-form aus Strohgeflecht( genannt Sumper) steht. Daneben eine hölzerne Mausfalle. Dasfertige Brot wird zwischen die Sprossen der leiterartigen Vorrichtung gelegt, welche vomBackofen bis zur Fensterwand reicht.
Von dem übrigen hier untergebrachten Gerät sei noch genannt: eine Fischreuse,eine Futterquetschmühle und neben der Türe zur Küche der sogenannte Palmbaum,ein am Palmsonntag geweihter Baumzweig mit angebundenen Palmkätzchen. Er wirdalljährlich neu auf dem Speicher in die Sparren gesteckt zum Schutze gegen Feuer undBlitzgefahr.
Aus diesem kleinen Raume würden wir nun ins Freie treten, wenn wir die imBauernhause in Wirklichkeit nicht vorhandene kleine Türe neben dem Backofen benutzen.Wir erreichen durch sie aber hier den
RAUM 12.Oberösterreich.
Gleich an der Türe sind einige der landesüblichen, kunstvoll geschmiedeten eisernenGrabkreuze aufgestellt. Ein weiteres derartiges Grabdenkmal befindet sich links nebendem folgenden Schrank.
Schrank 1. Hier sind weitere Bestandteile jener großen Sammlung aus dem ober-Österreichischen Innviertel zur Anschauung gebracht, und zwar zunächst oben eineGruppe von Beleuchtungsgeräten verschiedenster Art: Laternen, in der Mitteeine große Prozessionslaterne, dann Kerzenleuchter aus Holz, Blech- und Schmiedeeisen,darunter eine Sammlung von Öllämpchen, ein Kellerleuchter, eine topfförmige Nacht-lampe aus Ton, Hängelämpchen. Ferner Lichtputzscheren, Wachsstockhalter aus Eisenund schließlich Geräte für Kienspanbeleuchtung, die jetzt auch in jener Gegend fast aus-gestorben ist. Dann verschiedene recht altertümliche Formen des Feuerstahles und Feuer-schläger nach Art der Steinschloßgewehre.
Darunter eine Sammlung von Raufwerkzeugen, Ochsenziemer mit Blei-knöpfen und anderes. Messer, Gabeln, verschiedene kleine Werkzeuge. Schnupf-tabaksdosen mit Darstellung der Leidenswerkzeuge Christi, in Form eines Pferde-kummets u. s. w. Modell eines flachen Handka hns. Unten: Sammlung von eisernenWetterfahnen, Ofenkacheln, Weihbrunnen. Altes primitives Glossar ::: zum Glossareintrag primitives Holzschloßmit eigentümlichem eisernen Schlüssel.
Auf dem Schrank eine Garnhaspel.
Neben Schrank 1: Bemaltes Brett, 18. Jahrh., von der unteren Dachverschalungeines oberösterreichischen Bauernhauses. Bemalte Truhe auf Untersatz. GroßeHanfbreche mit Flügelrad und Hobel zur Herstellung von Leucht-spänen.
Österreich.
Schrank 2. Tracht einer Egerländer Braut, Böhmen. Weinbergs-hüter( genannt Saltner) in vollem Schmuck und Gewaffen von Meran in TirolIm Hintergrunde: Männerrock und lederne Männer- Leibgurte aus Ober-Österreich.
Unten: Große Goldhaube aus Steiermark. 2 Linzer Goldhauben, Ober-österreich. Steingut- Geschirre aus dem Egerlande. Eiserner Kerzenleuchteraus Lin z.
Auf dem Schrank: Tonschüssel, 2 Krüge, Spinnrad und Wocken-ständer aus dem Egerlande.