Deutsche Lieder aus der Bukowina.
Jetzt nahm sie ein Papier zusammenUnd warf es hin dem Gottesmann,Davon ging sie in schnellem Lauf,
Der Pater macht das Papier, Papier auf.
He, pst, ruft er sie zurück:Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrau, wo ist das Guldenstück?Da sehen sie nur selber her,
Ich fand das Papier gänzlich, gänzlich leer.
Ich weiß, daß ich nichts' geben hab',
Glaub' auch, daß ich nichts schuldig bin,Es war ja bei mir auch nicht, auch nichtdrin.
16.
Es ist keine Kreatur auf Erden,
Die nicht mit der Liebe verbunden wäre,Sogar das kleinste Waldvögelein,Muß mit der Liebe verbunden sein.
Es fliegt ja auch in dem Wind herumUnd fliegt und pfeift und singt so laut,Es singt und pfeift und singt so lautUnd sucht sich auch sein Paar selbst auf.
Es ist nur eine, die mir gefallen,Die hat zwei Äuglein wie Kristallen,Sie ist schneeweiß in ihr Gesicht,Ihr Äuglein wie Vergißmeinnicht.
Und wenn ich diese nicht bekomme,Die ich mir hab' vorgenommen,So will ich auf der Welt nicht seinUnd leg' mich selbst ins Grab hinein.
Denn alle Menschen müssen sterbenSo wie die Blumen auf dem Feld,Sie blühen auf und fallen ab,Der Mensch muß auch einmal ins Grab.
Auf meinen Grabstein laß ich schreiben,Was die Liebe hat zu bedeuten;Das Geschriebene kannst du lesen,Daß ich einmal bin dein Schatz gewesen.
Auf meinem Grabe stand eine Lilie,
O Lilie, o Petersilie,
O Petersilie, du süßes Kraut,
Ich hab meinem Schatz zu viel vertraut.
Das viel Vertrauen, das tut nicht gut,Das führt den Mädchen ein falscher Mut;Ein falscher Mut, ein kurzer Sinn,O Gott, wo ist die Liebe hin?
Die Liebe ist ganz kugelrund,
153
Die dreht sich dreimal in einer Viertelstund',Die Liebe ist ganz kugelrund,
Die dreht sich dreimal in einer Viertelstund'.
17.
Es ist Zeit zum Schlafengeh'n,
Zu meinem Schätzchen wollt' ich geh'n.Wer ist denn draußen, wer klopft denn an,Der mich so leis' aufwecken kann?
Frage du nicht lang, wer draußen mag sein,Steh' du nur auf und laß mich' rein,Ich kann nicht länger draußen steh'n,Ich seh ein helles Licht aufgeh'n.
Viel heller als der Morgenstern,
Bei meinem Schätzchen wär' ich gern,Bei meinem Schätzchen ist gut sein,Dort iẞt man Semmel und trinkt man Wein.
Und ein Taler geb' ich dir,Wenn du spazieren gehst mit mir;Und dein Taler brauch' ich nicht,Spazieren gehen will ich nicht.
O du Narr, was brauchst du das,Nimm dir den Taler und kauf' dir was,Ein Paar blaue Strümpf' und ein Paarschwarze Schuh',Dann geh'n wir in den Ehstand zu.18.
Es kann ja nicht immer so bleiben,Hier unter dem wechselnden Mond,Es blüht eine Zeit und verwelket,Was mit uns die Erde bewohnt.
Es haben viel fröhliche MenschenSchon vor uns gelebt und gelacht,Den Ruhenden unter dem RasenSei fröhlich der Becher gebracht.
Es werden viel fröhliche Menschen.Lang nach uns des Lebens sich freu'n,Uns Ruhenden unter dem RasenDen Becher der Fröhlichkeit weih'n.
Wir sitzen so traurig(!) beisammenUnd haben uns alle so lieb,Erheitern einander das Leben,Ach wenn das doch immer so blieb'.
Doch weil es nicht immer so bleibet,So haltet die Freundschaft recht fest,Wer weiß denn, wie bald uns zerstreuetDas Schicksal nach Ost und nach West.