Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde12 (1906) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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12 (1906) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Weslowski.

im eigentlichen Wohnzimmer( casa mică), daher weisen die Schemelkeinen oder nur sehr geringen Dekor auf. In der unmittelbarstenNähe des Herdes treffen wir stets dieses primitive Glossar ::: zum Glossareintrag  primitive Sitzobjekt an. AnStelle des mobilen Holzschemels war früher sehr oft der stabile Stein-oder Lehmschemel in Verwendung.

Wenngleich der Stuhl durch die Sitztruhe zum Teile ersetztwurde, fand derselbe dennoch schon frühe Verwendung. Es warfrüher Brauch, daß am zweiten Hochzeitstage, unmittelbar nach demEintreffen der Braut im Hause der Schwiegereltern, ein Stuhl, mitvielen bunten Bändern geziert, auf eine Truhe gestellt wurde. BeimTanze einer Hora, an der sich sämtliche Gäste beteiligten, bestieg dieSchwiegermutter den erhöhten Platz. Von diesem Ehrensitz aus undvor den im Kreise tanzenden Gästen nahm die Schwiegermutter dasvon der Braut eigens zu diesem Zwecke mitunter mit vielem Kunst-sinn angefertigte Hemd in Empfang. Auf diese Weise erkaufte sichdie Braut den neuen Wohnsitz von der Schwiegermutter.

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Fig. 37. Vorderansicht eines Eckbrettes aus Kimpolung.

Infolge des alltäglichen Gebrauches und der Unbeständigkeitdes Holzes sind ältere Typen von Stühlen bis auf unsere Zeit nichterhalten worden. Gemäß den Überlieferungen waren die früherenStühle geradeso wie die Bänke natürlich nur als Einzelsitz geformt.Auch herrscht die Ansicht, daß aus dem profanen Sessel die eigen-artigen, im Süden der Bukowina von Bauern für Kirchenzwecke er-zeugten alten Chorstühle( strane) und Bischofstühle( scannul archierese)hervorgegangen sind. Indessen dienen die Chorstühle in den griechisch-orthodoxen Kirchen nicht zum Sitzen, sondern nur zum Anlehnen derehrwürdigen alten und schwachen Gläubigen, deshalb ist die Rücken-lehne bedeutend erhöht worden. Außer der Rückenlehne sind Arm-lehnen angebracht.

Die Bank.

Die älteste und zugleich primitivste Glossar ::: zum Glossareintrag  primitivste Form der Bank( bancă, laiță)war bei den Rumänen die sogenannte Steinbank( prispă), die zwar nichtwie die Steinbank der Römer ganz um den Sockel des Gebäudesherumführte, sondern nur an der Frontseite des Hauses noch jetztan vielen alten Häusern anzutreffen ist. An Stelle der Steinbank wirdnoch sehr oft die Lehmbank und die sogenannte Balkenbank