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Blau.
ich in Rothenbaum. Der Plösser Tischler Traxler hat das Grab seinesVaters so eingefasst. Die Bretter stehen aber senkrecht.
Sie tragen den Spruch:
O Christ, was fürchtest Du den Tod,
Er endet all Dein Leid auf Erden
Er führt Dich hin zu Deinem Gott
Und dort wirst du dann selig werden.
Eine solche Einfassung heisst» Zoar«. Sie war früher sehrgebräuchlich. Kindergräber erhielten ein» Zoarl«. Die Beschreibungoder Bemalung war nicht üblich, auch für die Anstrichfarbe galtkeine Regel. Vergleiche hiezu die Mittheilung bei Hein, dass inLam die Todtenbretter aufs Grab gestellt werden und» Zoar<< genanntwerden. Diese Art der Aufstellung ist auch für unsere Gegend ausfrüheren Jahren bekannt. Doch war für diese Bretter der Ausdruck» Zoar« nicht üblich.
In Hammern und jüngster Zeit auch in Neuern, wohin von dortder Tischler Prantl gezogen ist, erscheint auf den Kreuzen derKindergräber der Spruch, der auch sonst ungemein häufig ist:
Ich liege hier im Rosengarten
Und thu auf meine Eltern warten.
Bei der Anlage unserer deutschen Dörfer wurde die Gewohnheitder einschichtigen Bauweise von der alten Heimat( Cham- und unteresRegenthal, auch Oberpfalz) mit herübergenommen; jeder Hof hatte,der einsamen Lage entsprechend, seinen Hauscultplatz, seine Capelle.Geschah eine Theilung des Hofes, so baute man zum neuen Hofe,besonders wenn er weiter vom alten entfernt zu stehen kam, wiedereine Capelle. Nach weiteren Abtrennungen waren drei oder vierkleinere Höfe entstanden; die jüngsten erbauten schon selten mehreine Capelle. Nicht selten stellte man, wo die Capellen in derwachsenden Gemeinde schon zu nahe aneinanderrückten, dieselbenins freie Feld, in die» Weite«, aber immer an den Kirchenweg undauf eigenen Grund. An einem Scheidewege, auf einer Wegeshöheoder an einem sonst unbebauten Plätzchen in geeigneter Lage wurdensie aufgestellt. Sie waren gewöhnlich vorne in ihrer ganzen Höheund Weite offen und durch hölzerne Gitterthüren verschlossen.( Wiemir scheint, hat sich die Hauskunde noch nicht mit denselbenbefasst.) Im Innern hatten drei bis sechs Personen Platz. Mit der Zeitjedoch verfielen die Capellen und Reparaturen waren nöthig. Diesewaren den Bauern der neueren Zeit zuwider und so errichteten siean Stelle der Ruinen Kreuze. Mir sind aus einem engen Gebietemehrere solche Fälle bekannt. Selten baute man die Capelle wiederauf. Hie und da, wie zum Beispiel in Rothenbaum, wo inzwischenvon Mehreren zusammen eine Capelle neben der Kirche erbautworden war, räumte man die alte, die gewöhnlich ein auf Holzgemaltes Altarbild, verschiedene Votivtafeln und Votivgaben, Glas-bilder und manches andere Denkmal primitiver Glossar ::: zum Glossareintrag primitiver Volkskunst in sich.