Literatur der österreichischen Volkskunde.
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Krankheitsbeschwörungsformeln mit( Abzählen). Stefan Milijević berichtet über denGlauben und die Praktiken der Schatzgräber. Am interessantesten sind die Mittheilungen vonNiko Vlašić über« Volksbräuche in der Umgebung von Djakovar zur Mahd- und zur Erntezeit.>>Die mitgetheilten Mähderlieder und Erntelieder geben ein wertvolles Vergleichungsmaterial abund haben poetischen Wert.
Dr. M. Haberlandt.
8. Matouš Václavek: Valašské pohádky a pověsti( Wallachische Märchen undSagen). II. Ve Velkém Meziríčí( První moravská obrázková knihovna pro českou mládež 1897.Nr. 15-16, S. 88). Das I. Heft dieser Sammlung wallachischer Märchen erschien im Jahre 1894,und die in demselben enthaltenen Märchen und Sagen wurden vom Referenten im« Archiv fürslawische Philologie» XIX, S. 243 ff. näher besprochen. In dem vorliegenden II. Heft hat sichder bekannte mährische Ethnograph bestrebt, den volksthümlichen Charakter und den echtenVolkston der Märchen und Sagen dadurch zu sichtlicherem Ausdruck zu bringen, dass er be-sondere dialektische Eigenthümlichkeiten, Formen, Ausdrücke und Wendungen vielfach beibehielt,und nicht durchwegs verwischte wie in anderen seinen Sammlungen; einige wenige sind ganz imDialekte wiedergegeben.
Nr. I.
<< Zwei Stiefschwestern»( S. 7 f.). Die Stieftochter, verjagt, dient bei einem Greiseim Walde, soll den Mist zusammenkehren und in Truhen sammeln; nach einem Jahr kehrt siereich beschenkt nach Hause zurück. Dann dient dort ihre Stiefschwester, benimmt sich trotzigund widerspänstig, nach einem Jahre kehrt sie zurück mit einer Truhe voll Schlangen, Frösche etc.<< Zwei Gesellen»( S. 12 f.). Des Meisters Frau ist eine Hexe; gleich Slov. Pohlady1896, H. 4, S. 212 f. Zs. öst. Vk. III, 377.
Nr. 2.
Nr. 3.< Vom dummen Martin»( S. 17 f.), für den unrichtigen Gruss immer geprügelt.Vgl. Dobšinský Slov. pov. VII. 10 f. Kolberg Lud VIII, 199. Chudjakov II, 116 f. RomanovIII, 424. Afanasjev II, 17 f. Šejn II, Nr. 109, 110. Šapkarev Sbornik nar. umotvor. IX, 308 f.Mélusine I, 109, 252. Rtrad. pop. IX, 347: X, 597; XI, 321 f. Sebillot Litter. or. de la H.Bret. 96 f. Cont. pop. de la H. Bret. 227 u. a. m.
Nr. 4.<< Vom Heger und seinen zwei Söhnen»( S. 19 f.), die vom Vögelchen, auf dessenrechten Flügel geschrieben war« wer meinen Kopf aufisst, wird ein König», und am linken< wermein Herz aufisst, findet morgens unter seinem Kopf Dukaten». Zu Grimm KHM Nr. 60.Stránecká, Pohádky z Moravy, S. 49. Sláma Slez. poh. Nr. 1. Grinčenko Etnograf. mater,
II, Nr. 183 u. a.
Nr. 5.« Von 12 Brüdern»( S. 33 f.) gehört eigentlich zu dem Märchen von den untreuenBrüdern, die dem König vorbringen, ihr jüngster Bruder könne die schwersten Aufgaben lösen,eine verwünschte Schöne ihm als Braut bringen u. a. Vgl. Nar. prip. v Soških plan. III, 75 f.Šejn Mater. II, 281. Weryho Pod. lot. 45 f. Rtrad. pop. IX, 274 f. Oestrup Contes de DamasS. 75 sl. u. a. m. Der jüngste bringt aus dem Keller einer Hexe einen Käfig, er hat nur mitdem Finger daran zu klopfen, so wird der Garten voll Wild sein; dann bringt er ein Fass, ausdem man immer Bier oder Wein schöpfen konnte, ohne es zu leeren.
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Nr. 6( S. 43 f.).« Vom dummen Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib», gibt das Geld, das der Mann für den Fürpassaufgehoben hat. Vgl. Zingerle II, 185 f. Glasnik Slovenski X( 1864), S. 288 f. Andrews Cont.ligures, S. 90.f. Pineau Cont. du Poitou, 259 f. Mélusine I, 89. Rtrad. pop. V, 248 f., 560 f.;XI, 390 f., 417 f. Gittée& Lemoine Contes du pays Wallon. 126 u. a.Nr. 7( S. 45 f.).« Von den 12 Brüdern Raben». Vgl. Slavia I, 3, S. 15; Kulda III,98 f. Kolberg Lud III, 123 f.; VIII, 38 f.; XIV, S. 18. Ciszewski I, N. 95. Dobšinský IV,3 f. Kres IV, 352 f. Dowojna Sylwestrowicz I, 345 f. u. a.Nr. 8( S. 49£.).« Helf' Gott». Die königliche Prinzessin ist sterbenskrank, niest fürchter-lich; wer sie heilt, bekommt sie zur Frau. Zum Schluss sagt der Erzähler, dass er auch auf derHochzeit war und Wein dort trank, es war aber dort ein Land aus Papier, und so fiel ervon dort bis daher durch.
Nr. 9( S. 52 f.).« Drei Schwestern». Die jüngste, dumme Schwester reinigt auf dem Wegein einen Dienstort einen Apfelbaum, einen Birnbaum und einen Brunnen, ist im Dienst dann sehrfleißig und treu, kehrt dann reich beschenkt nach Hause zurück. Vgl. Kulda IV, 237. Verna-leken Österr. KHM S. 144 f. Wisła X, 595 f. Rudčenko II, Nr. 19, 20; Chudjakov II,64 f, 81 f. Lêtopis istor. filolog. obščestva novoross. univ. III, 212 f. u. a.