Aberglaube der Slowenen.
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so gehen alle Feldmäuse zugrunde; wenn aber schon die Pfirsiche blühen,so raufen dann im Herbst neun Bürgermeister um einen Pfirsich.
Am Tage der hl. Gertrud( 17. März) darf kein Flachs gesponnenwerden; sonst fressen ihn die Mäuse.
Die steirischen und kroatischen Slowenen lassen am Benedictstag( 21. März) verschiedene Kräuter und Wurzeln weihen, um damit dann dieViehställe auszuräuchern, wodurch alle Verhexung hintertrieben wird..Lässt man die an diesem Tage gelegten Eier ausbrüten, so legen diejungen Hühner, nach der Meinung der Gurkfelder, besonders fleißig.Liegt an diesem Tage noch Schnee, so hofft man in Tschernembl auf einegute Heuernte.
Wieviel Tage die Frösche quacken vor Maria- Verkündigung( 25. März), soviel Tage, meint man, schweigen sie darnach.
Ist das Wetter am Markustage( 25. April) schön, so hofft man inUnterkrain auf eine reiche Weinlese.
Heiterer Himmel am Florianitag( 4. Mai) lässt viele Brände, Regendagegen Dürre fürchten.
Am Tage des hl. Urban( 25. Mai) soll kein Brot gebacken werden,sonst wird es das ganze Jahr leicht schimmlich. Wer bald heiratenmöchte, soll dem hl. Urban zu Ehren einen ganzen Tag strenge fasten.Will man nicht zu sehr von Fliegen belästigt sein, so soll man an diesemTage die Fenster möglichst geschlossen halten, dann fliegen sie weiter.St. Veit( 15. Juni) wird in manchen Gegenden Krains als Beschützerder Schafherden verehrt. Der an diesem Tage gesammelte Thau gilt alsdas beste Augenwasser.
Johann und Paul( 26. Juni) werden von den steirischen Slowenengegen den Blitzschlag, von den Krainern jenseits des Uskokengebirgesgegen den Hagelschlag um Schutz angefleht.
Gewitter oder auch nur Regen am Petri- und Paulitag( 29. Juni)schade, meint man, dem Weizen, der davon rostig werde, den Hasel- undWalnüssen, die für dies Jahr taub werden.
Zwischen dem 13. und 20. Juli soll man keine Schlange tödten,denn man hält diese Thiere für das Weidevieh der hl. Margareth; nochsoll da Heu eingeführt werden, sonst schlägt der Blitz in die Scheune.
In einigen Gegenden Krains herrscht der Aberglaube, dass Sonnen-schein am Jacobitag( 25. Iuli) die Linsen recht gedeihen mache.
Gar viel Widersinniges aber knüpft sich an die Zeit vom 15. Augustbis 8. September, die sogenannten Frauentage. Die in dieser Zeit ge-sammelten Kräuter sind von außerordentlicher Heilkraft, die in diesenTagen ausgelüfteten Kleider, der ausgedroschene Weizen sind vor Motten-fraß sicher, und die gelegten Eier faulen nicht. Am Groß- und Klein-Frauentag, meinen die Görzer Slowenen, krieche alles Gewürm ins Wasser,weshalb man dann nicht baden solle; anderwärts ist die Meinung ver-breitet, dass an diesen Tagen alle Schlangen sich auf Bäume und Büscheflüchten, weshalb man sich diesen nicht nahen solle. Schönes Wetter am15. August oder 8. September komme dem Winterweizen zugute.
Zeitschrift für österr. Volkskunde, IV.
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