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Urbas.
Die Vertauschung der Doppellaute in den beiden Wörtern wirkte aufmich gar zu erheiternd. Wahrlich, der Spruch: pro captu lectoris habentsua fata libelli( Terentian. Maur. carm. heroic. 258) hat seine Giltig-keit in noch viel höherem Maße für die vocabula.
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Auf demselben Miste hier wohl in fast wörtlichem Sinne zunehmen ist das Wort bahöll gewachsen. Nur scheint es noch nichtso lange her zu sein, dass das Wort in bessere Gesellschaftskreise ge-drungen ist. Anfangs der Siebzigerjahre, da ich mich schon lebhaft mitunseren Mundarten beschäftigte, habe ich bahöll noch nicht gehört. Dassdas Wort damals bei Gebildeten noch nicht im Umlauf war, beweist auchder Umstand, dass Dr. Fr. S. Hügel, der ehemalige Herausgeber derVorstadtzeitung, die Bedeutung unseres Wortes in seinem Buche:<< DerWiener Dialect, Lexikon der Wiener Volkssprache( 1873, S. 117)» falschangibt:« pahöll, Scandal machen». Nichts weiter! Sonst habe ich dasWort überhaupt nirgends verzeichnet gefunden. Aber wie oft hört manjetzt aus dem Munde gerade der gebildeten Leute:« einen bahöll machen»!Freilich schimmert dabei immer ein versteckter Spott durch, dass mandamit einen Ausdruck der niederen Volksclassen gebrauche. Außer dieMauern der Stadt Wien scheint das Wort noch nicht gedrungen zu sein,wenigstens draußen noch nicht Boden gefasst zu haben. Es würde mirleid thun, wenn etwa diese Zeilen zur Verbreitung des Wortes bei-tragen sollten.
Was den Ursprung dieses gewiss nicht deutsch, am ehestenmagyarisch klingenden Wortes betrifft, ist schon angedeutet worden, dasses auf demselben Boden wie Bais'l gewachsen ist. Es hat mich dahernicht wenig gewundert, dass unlängst H. Grienberger in Nagls Zeit-schrift für deutsche Mundarten( I, 146) bahöll aus dem deutschen zu er-klären versuchte. Er fasst es als bi hélie ähnlich wie bi gót, franz. alarme,alarm, lärm. Für diese Deutung spricht aber gar nichts, vielmehr allesdagegen. Dies auseinander zu setzen ist hier nicht der Ort. Nag'l selbstscheint von dieser Erklärung nicht befriedigt zu sein, wie man aus derAnmerkung ersieht. Bahöll ist natürlich nichts anderes als das hebräischebehala Schrecken, Bestürzung, Lärm( Lev. 26, 16; Ps. 78, 33; Jer. 15, 8.Jüdisch deutsch. Wb. S. 12 beholo).
Wer einmal, wie ich Veranlassung gehabt hat, sämmtliche deutscheMundartenwörterbücher durchzustöbern, der wird die erschreckende Wahr-nehmung gemacht haben, wie viele Ausdrücke aus den Gaunersprachen indie Mundarten einzelner Gegenden, mancher weniger, mancher mehr ein-gedrungen sind. Das gibt viel zu denken.
Wien, Ostern 1898.
Aberglaube der Slowenen.
Von Professor Wilhelm Urbas, Graz.
Der Aberglaube der Slowenen ist, wie bei anderen Völkern, theilsmythischen, theils christlichen Ursprunges, hat aber mitunter seine Wurzeln