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Hintner.
( I, S. 291):« Das„ Beisl“, so nannte mir Kaltenbäck 1839 in Wiens Vor-städten diese und jene Kneipe. Castelli Wb. 279». Diese Angabefand Frommann offenbar im Handexemplare Schmeller's vor.
Dass die Brüder Grimm das Wort in ihr Wörterbuch nicht auf-nahmen, findet man begreiflich. Aber auch der eifrige Sammler Sandershat es in sein Hauptwerk nicht aufgenommen, erst im Ergänzungswörter-buch( 1885, S. 66c) verzeichnet er es, aber ohne etymologische Bemerkung,obwohl ihm als Juden die Etymologie nicht entgangen sein konnte. Aucher schreibt, wie Schmeller, irreführend: Beisel( öst.) Wirtshaus. EbensoHügel( der Wiener Dialect 1873, S. 38):« Beis'l eine gemeine Kneipe».Die übrigen Wörterbücher( Weigand, Heyne, Kluge, Paul) habenes gar nicht.
Kehren wir zu Castelli zurück. Castelli führt in einem An-hange: Jenische Ausdrücke( S. 279) auf:« Bais( das), ein Haus; Baisl,eine schlechte Schenke; Galachbais, die Kirche; Contrafusbais, dasTheater». Was sind nun jenische Ausdrücke? Castelli sagt darüberin der Vorrede( S. VII f.) folgendes:« Am Schlusse meines Wörterbucheshabe ich noch einige sogenannte jenische Ausdrücke angehängt, wieich mich deren aus meiner Jugend noch zu erinnern wusste. Es hat hier-mit eine ganz eigene Bewandtniss:
Es existierten nämlich vor vielen Jahren viele schlechte Wirtshäuserin Wien, in welchen man leichtfertige Dirnen hielt, um junge Burschenanzuziehen, in welchen auch getanzt wurde. In diesen Kneipen herrschteeine eigene Sprache, welche man die jenische nannte und deren mansich darum bediente, um nicht von jedermann verstanden zu werden unddaher die Gaunerei ungehinderter treiben zu können. Sehr viele der indieser Sprache gebrauchten Wörter stammen aus dem Hebräischen her,und wie fremdartig und unverständlich sie war, möge man aus folgendemLiedchen entnehmen. Es lautet:
A doffes Misch'l mu as i håb'n,
Und soll ih's mit da Fema aus da durma aussagråb'n.
( zu deutsch): Ein feines Mädchen muss ich haben,
Und soll ich's mit der Hand aus der Erde heraus graben.
Diese jenische Sprache hat sich mit den Orten, wo sie gesprochenwurde, und welche zur Ehre der Menschheit abgeschafft wurden, fastgänzlich verloren, und nur einzelne Wörter hiervon haben sich noch imMunde des gemeinsten Pöbels erhalten». So weit Castelli, im ganzenrichtig. Diese jenischen Sprachen sind also Diebssprachen. NachAdelung- Vater( Mithridates II, 224) ist der Ausdruck jenisch vor-zugsweise in Schwaben gebräuchlich, sonst heißt man sie auch das Rot-wälsch oder noch häufiger cochemer loschen, um von zahlreichenanderen Namen abzusehen. Über diese Diebssprachen ist eine reicheLiteratur vorhanden, das Hauptwerk hierüber ist: Avé- Lallemant, dasdeutsche Gaunerthum, 1858–62, 4 Bände und Nachtrag 1880, 1881. DiesesWerk ist für die Kenntnis der sittlichen Zustände namentlich um die Zeit