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Haudeck.
Fleisch vom Fleischhauer kam nur selten an Sonn- und Feiertagenmeist nur«< zu hehren Zeiten» auf den Tisch. Deshalb konnte man aucham Lande nur in vereinzelten, größeren Dörfern einen Fleischhauer an-treffen. In Hinsicht auf die« Soos» gewöhnlich« Tunke» genannt, gabes deshalb auch nicht viel Abwechslung, nämlich:
Krentunke, sogenannter« Suppenkrin», Milchkrentunke, süß- saureoder schwarze Tunke, Knoblauchtunke, Zwiebeltunke, ¹) allenfalls nocheine Dilltunke war so ziemlich alles, was in dieser Hinsicht zu treffenwar. 2) Zum Schweinebraten gab man Erdäpfel oder Sauerkraut, auchgebackene und gekochte Pflaumen. Wurde er am Abend kalt genossen,kam Essigkren dazu. An hehren Zeiten ersetzten das Brot die Kuchen,welche in großer Menge gebacken wurden. An den Faschingstagen( zu der Fosching, Fostnocht) gab es in den reicheren Häusern Krapfen,zu Ostern kamen zu den Kuchen die Osterlabel, zu Weihnachten Striezelhinzu, wie dies in den Städten hiesiger Gegend gleichfalls Sitte ist. WarHochzeit, wurden außer den Kuchen noch« Pokrauten» gebacken; daswaren sehr große Kuchen aus weissem Mehl und mit verschiedenenSchmieren bestrichen. Im Herbste waren die allgemein bekannten undbeliebten Pflaumenknödel öfter anzutreffen. Weniger bekannt aber dürftendie« saueren Flake»( saure Fleckeln) sein, welche mit einer säuerlichenSchmettentunke übergossen wurden und gar nicht übel schmeckten, Mehrals Nebenspeise oder als Näscherei galt die« kalte Schale», welche ausabgekochten gebackenen Pflaumen, Birnen( Petschinken), Äpfeln( Eppel-schnitzeln) auch Hanbutten bestand und kalt genossen wurde. Desgleichenwurde die« Ginkule», welche man aus gedünstetem Hollunder( beeren)mit Pflaumen, aus welchen die Kerne entfernt waren, bereitete, nur alssolche betrachtet. Doch wurde mir auch mitgetheilt, dass man sie zuweilenmit geschälten Erdäpfeln als Speise zur Mahlzeit auf den Tisch brachte.Dabei war es unvermeidlich und leicht erklärlich, dass die Esser alle mitschwarzen Lippen vom Tische giengen, was zu allerhand Scherz Veran-lassung gab. Eine besondere Abwechslung in die gewöhnliche« Haus-mannskost» brachte der hl. Abend. Tags über wurde gefastet. Nachdemam Abende ein Gebet verrichtet war, wurden bessere Kerzen angezündetund kamen ihrer sogar zweie auf den festlich gedeckten Tisch. Nunbegann das, ich möchte sagen, feierliche Nachtmahl. In reicheren Häuserngab es zunächst Bier-, Wein- oder Fischsuppe, dann schwarzen Fischmit Knödeln, vielleicht auch gebackenen Fisch mit Pflaumen, hierauf denbeliebten Äpfelstrudel in Gugelhupfform, Kaffee und Striezeln, auch Bierevent. Wein, zuletzt auch heißen Punsch. Zum Schlusse wurde einegroße Schüssel mit gut ausgelesenen Äpfeln, Birnen, nebst den unver-meidlichen Nüssen, vielleicht auch noch einigen frisch erhaltenen Wein-trauben auf den Tisch gebracht. In ärmeren Familien blieb der« Fisch>>meistens weg, wenn ihn nicht etwa der sehr gebräuchliche und billigere
1) Zwippeltunke.
2) Zum Rindfleisch gab es als Zuspeise entweder Knödel oder Erdäpfel; zum Schöpsen-fleisch hatte man gern Möhren mit Strünken gemischt.