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Mittheilungen aus dem Museum für österreichische Volkskunde.
an den Spinnstäben und an anderen Spinngeräth zeigt, bietet unser Mu-seum bereits heute so instructive Reihen und Typenvarianten dar, dasses nützlich erscheint, dieselben allmählich bekannt zu machen und damitein verlässliches Material für das vergleichende Studium dieses noch sehrwenig studierten und beachteten Culturdinge vorzubereiten. Die« Zeit-schrift für österreichische Volkskunde>> wird daherkünftig in einer eigenen durchlaufenden Rubrik« Mittheilungenaus dem Museum für österreichische Volkskunde>bringen, in denen alle Beiträge Platz finden werden, die sich auf unsereSammlungen beziehen, von ihr Anregung und Material empfangen haben.Sowohl abhandelnde Arbeiten über Gruppen von volkskundlichen Gegen-ständen oder einzelne Objecte, als kleinere Notizen, wie sie mit den ver-schiedenen Dingen in jeder Sammlung einlaufen und manchen Nutzen( in anregender, berichtigender und ergänzender Art) gewähren, endlichkurze Berichte über die neuen Einläufe und die äußeren Verhältnisse desMuseums sollen hier künftig beisammen zu finden sein und das Interessean der gegenständlichen Seite unseres Volksthums beleben und vertiefenhelfen. Die Illustration, mit der viele unserer Beiträge bisher ge-schmückt und ermuntert waren, wird sich demgemäß künftig vorwiegendin dieser Rubrik unserer Zeitschrift einfinden, ohne selbstredend von ihrenübrigen Theilen ausgeschlosen zu sein.
Dr. M. Haberlandt.
Über eine alte Handarbeit aus den salzburgischen Bergen.Von Emma Felgel, Fachlehrerin an der k. k. Staatsgewerbeschule in Salzburg.
Im Museum des Vereines für öst. Volkskunde ist unter No. 2061 а eine Bettdecke ausRauris ausgestellt. Dieselbe wurde dort von M. Eysn in Salzburg aufgefunden und dem Museummit dem kurzen Berichte übermittelt, dass solche Decken,« Golter» genannt,« Anfang dieses Jahr-hunderts noch im Rauriserthal verfertigt wurden und zwar aus den Kettenenden( den sogenannten< Rem>>) grober Schafwollgewebe, an großen mit Bindfaden bespannten Rahmen.>>
Genaues Prüfen und Nachahmen zeigte die Ausführung der Decke in Flechttechnik.Das dazu verwendete Material besteht aus Hanf oder Rebschnur, 15-20 cm langen, dickenSchafwollfäden oder Büscheln, welche aus beiläufig 16 der oben erwähnte Kettenenden ge-bildet werden.
Auf einem der Größe der Decke entsprechenden Holzrahmen werden Hanfschnüre ineiner Entfernung von 3/ cm senkrecht gespannt, und mit den Wollfäden oder Büscheln wag-recht in hin und zurückgehenden Reihen durchflochten.( Fig. 1.)
Man beginnt z. B. die Reihe von rechts nach links mit 2 Fadenbüscheln, der eine wirdunter der ersten gespannten Schnur von rechts nach links durchgesteckt, der zweite schräg überdieselbe Schnur auch von rechts nach links gelegt, und unter der nächsten links gespanntenSchnur herausgeführt, wodurch sich eine Drehung der beiden Wollbüschel ergibt. Dieser Vor-gang wiederholt sich bis zur Vollendung der Reihe.
Ohne die Fadenbüschel abzuschneiden wird die zweite Reihe ebenso von links nachrechts gearbeitet, nur in entgegengesetzter Drehung der Fadenbüschel, worauf sich Zopfmusterungergibt, welches wie rechtseitige Strumpfstrickerei erscheint. Die 3. Reihe wie die 1., die 4. wiedie 2. u. s. w.
Die obere fellartige Seite des Geflechtes entsteht durch das oftmalige, stets ver-setzte Erneuern der kurzen Fadenbüschel, deren 3 cm lange Enden unterhalb jeder Flecht-reihe hängen bleiben.
Das Ende jedes verarbeiteten Fadenbüschels muss, in den Reihen von rechts nach links,links unter der Schnur durch an die Oberfläche geführt, jeder neueinzulegende Fadenbüschel