Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde4 (1898) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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4 (1898) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Literatur der österreichischen Volkskunde.

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< ihrer dreissig» weit eher eine concise und unzweifelhafte Zahlbestimmung ergäbe, als die inunserm ǎ gelegene beiläufige Schätzung, dass endlich in vocalischer Nachbarschaft in den älterenDialekten von Salzburg und Oberösterreich, in denen eine secundäre Restitution falscher Binnen-consonanten, wie sie Nagl's måna, biri, khari, schaurat für salzbg. måga, bini, kāni,schauat aufweisen, unmöglich ist, eben kein r, sondern ein deutliches n= an achtö, anoala, stuck ăn åchzg hervortritt, welches der ursprünglichen Gestalt des syncopiertenWortes angehören muss und mit ir unvereinbar, deutlich auf den unbestimmten Artikel ein hin-weist. Die Bedenken Nagl's gegen diese einfachste und völlig genügende Erklärung dieses dia-lektischen ǎ, àn zerfallen alle in Nichts. Der Plural des Verbums in es san ǎ drei sprichtnicht dagegen, da das pluralische drei doch wohl auch einen Plural des Verbums verlangt undǎ== ein eine, einiu eben auch im Plural zu denken ist und die Behauptung, dass unserein, dort wo es echt sei, die präcise Zahl, also ein Tausend Weinstöcke gleich genau 1000,nichts darunter und nichts darüber, bezeichne, ist zwar eine unbestreitbare Wahrheit, kann aberin die Argumente Nagl's nur durch ein Versehen gerathen sein, denn in diesem Falle istTausend wie in a duzat oar=< 12 Eier» eben nicht attributiv oder prädicativ functionie-rendes Zahlwort, sondern Substantiv mit folgendem partitiven Genitiv. Das à der beiläufigenZahlbestimmungen ist in der That nichts anderes, als der von Nagl verworfene Plural des unbe-stimmten Artikels eine mit der Bedeutung von« quidam», also à vier Wochen« quaedamquatuor hebdomades» oder« quasdam quatuor hebdomades» henneberg. e wåchener neu quae-dam hebdomades novem», und daran ändert auch der Umstand nichts, dass bǎr ǎ viern sichwegen des mangelnden n( ån statt å verlangte der Dialect) nicht auf bi einen vieren zurück-leiten lässt, denn dieses Beispiel beruht keineswegs unmittelbar auf einem mhd. Ahnen, sondernist eine ganz moderne syntaktische Fügung von mit dem erstarrten und indeclinablen Pluraliscommunis à vier, in welcher Nagl's eigener Dialekt nach dem Muster von ban menschern,ban buaman ein dativisches n restituiert hat, während mein Dialekt bàn à vier vorzieht, undanaloges bår å söxn überhaupt ganz unerhört wäre.

Im weiteren ist zu bemerken, dass stuck a dreissg auf stücke einin drizzec< quaedam triginta» beruhen, wobei stücke wahrscheinlich im Genitiv zu denken ist, dassà zwoa à drei; eine zwei, eine dri repräsentieren, mit alternativer Doppelsetzung derselbenConstruction und dass a stuck å dreissg lediglich mit mechanischer Wiederholung des ǎ ausgrammatisch richtigerem stuck à dreissg entstanden sein muss. Die Conjunction oder, welcheHoffmann- Krayer in dem zweiten ǎ von å drei ǎ vier suchen wollte, liegt in demselben nicht.Läge die Conjunction oder vor, so müsste die Zahlbestimmung bayr.- österr. unverkürzt lautenà drei oda vier beziehungsweise à drei oder à vier.

Eine ziemlich reiche Sammlung nicht bloss jüdisch- deutscher Diminutivformen, der nurdas grammatische Oberlicht fehlt, hat A. Landau veröffentlicht.

Die deutschen Diminutivsuffixe beruhen im wesentlichen auf den Ableitungen-i und-in,mit welchen ein k- oder ein 1- Suffix oder beide in Verbindung treten können, so dass sichmannigfache Secundärformen wie- ili,-ilin,-iki,-ikin,-ilki, ilkin,-ikli,-inkli ergeben.Dazu kommt noch ein, vermuthlich vom neutralen Plural auf-ir,-er abstrahiertes, dann allge-mein productiv gewordenes Diminutivum bayr.- österr.-erle,-erl, das ahd.-irli lauten müsste,so dass also österr. häuserl, weiberl Glossar ::: zum Glossareintrag  weiberl, lamperl ein ideales ahd.* hûsirli,* wibirli,* lem birli voraussetzen wobei der Singular häuserl aus dem Plural gefolgert erscheint.Dabei ist bemerkenswert, dass dieses combinierte Suffix-er auch bei Wörtern, die ein nichtdiminnierendes, sondern zur ursprünglichen Nominalbildung gehöriges 1 besitzen, kurzweg an Stelledes letzteren gesetzt wird, wie österr. spiegerl, nagerl, vögerl zu spiegel, nagel, vogel.Ganz gleich verhält sich das salzburg.- oberbayr.-ei aus ahd.-în z. B. megetin, dass inhäusei, lampei organisch angefügt ist, aber in vögei, nagei an Stelle des mit diminnieren-dem

verwechselten echten und wesentlichen Nominalauslautes gesetzt ist. Endlich gibt es aucheine Combination des pluralischen er mit k- Suffix frankf. Pl. kinnercher, mädercher.Sämmtliche Beispiele der jüdisch- deutschen Diminution, welche Landau nachweist, gehen auf jeeine dieser Typen zurück, so kepl( kop) auf-ili, beigali( boign) auf-irli, milachn( mil)auf-ikin; beachtenswert ist, dass die typische Combination lich, lech, lach, als gramma-tisches Mittel zum Ausdrucke des Plurals von 1- Diminutiven verwendet wird, wie galizisch- jüdischfislach, kepalach zn fisl, kepali, in jüdischen Drucken aus Deutschland lemel, Pl.