Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde4 (1898) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
4 (1898) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Ethnographische Chronik aus Österreich.

Vorlesungscyclus über österreichische Volkskunde.

In der Wintersaison 1897hielt Dr. Michael Haberlandt in der Vortragsreihe der erweiterten Universitäts- Vorträge einenVorlesungscyclus über östereichische Volkskunde ab. Das Programm dieser gut besuchtenVorträge, welche Dr. M. Haberlandt auch heuer abzuhalten gedenkt, war das nachfolgende:I. Vorlesung. Einleitung. Begriff und Aufgabe der Volkskunde im allgemeinen.Geschichte der volkskundlichen Bestrebungen in Europa und speciell in Österreich- Ungarn.Antheil der Bevölkerung an der volkskundlichen Arbeit.- Grundzüge der österreichischen Staats-geschichte. Übersicht der ethnographischen Verhältnisse in der österreichischen Reichshälftemit Berücksichtigung der Grenzgebiete.

II. Vorlesung. Volkskunde der Deutschen in den Alpenländern. Besiedlungs-geschichte der innerösterreichischen Länder. Die deutsch- österreichischen Kernländer: Salzburg.Oberösterreich, Tirol.- Die Colonisationsländer späterer Zeit: Niederösterreich, Steiermark,Kärnten. Colonisation in Krain und im Küstenlande. Volkskunde des deutschen Alpen-gebietes Mundarten. Hausbau und Hauscultur. Trachten. Sitte und Bräuche. Volksdichtung,Volksschauspiele. Volkskunst und Volksglaube.

Be-

III. Vorlesung. Volkskunde der Deutschen in den Sudetenländern.siedlungsgeschichte von Böhmen, Mähren und Schlesien. Die deutsche Colonisation des Mittel-alters. Geschichte des Verhältnisses der Deutschen und Tschechoslawen. Die vier deutsch-böhmischen Volksstämme: der bayrische, oberpfälzische, sächsische und schlesische. Gebiete mittreuerer Erhaltung der ursprünglichen Volksart: der Böhmerwald, das Egerland, das RiesengebirgeVolkskundliche Schilderung nach dem vorigen Schema.

Besiedlungsgeschichte von

IV. Vorlesung. Volkskunde der Tschechoslawen.Böhmen, Mähren und Schlesien, mit Rücksicht auf die slawische Bevölkerung. Stammesverschieden-heiten und mundartliche Besonderheiten.- Geschichte der volkskundlichen Arbeit unter denSlawen. Volkskunde der Tschechoslawen nach dem obigen Schema, mit besonderer Berück-sichtigung der mährischen Gebirgsbevölkerung.

V. Vorlesung. Volkskunde der Polen und Rutenen. Geschichte von Galizienund der Bukowina. Die Bevölkerung der verschiedenen Landschaften.- Gegensatz von Gebirgs-und Flachlandbevölkerung: Goralen und Mazuren. Podolien. Die Rutenen mit besondererBerücksichtigung der Huzulen. Volkskunde dieses Gebietes, mit besonderer Rücksichtnahme aufdie Hausindustrien. Die Juden, Armenier und Zigeuner Glossar ::: zum Glossareintrag  Zigeuner.

-

VI. Vorlesung. Volkskunde der Südslawen und Romanen. Die Slowenenin Krain, Untersteiermark, Kärnten und dem Küstenlande. Allmähliche Übergänge zu denKroaten( Weißkrainer). Die Tschitschen in Istrien und die übrigen slawischen Bewohner desKüstenlandes. Die Serben( Morlaken) in Dalmatien. Die Italiener im Küstenland, in Istrienund Südtirol, insbesonders die Friauler.- Die Ladiner.- Die Rumänen der Bukowina.

Führung durch das Museum für österreichische Volkskunde.( I., Wipp-lingerstraße 34, I, im Börsengebäude). Erläuterung der Volkstrachten von Österreich. DieStickereien. Die Hauscultur mit besonderer Berücksichtigung von Herdgeräth und Beleuchtungs-dingen. Die Volkskunst: Keramik, Schnitz- und Webekunst. Volksreligion und Aberglaube.

IV. Literatur der österreichischen Volkskunde.

1. Besprechungen:

1. Deutsche Mundarten, Zeitschrift für Bearbeitung des mundartlichen Materials,herausgegeben von Johann Willibald Nagl, Wien. Carl Fromme, 1896-97., Bd. 1,

Hefte I und 2.

Es ist gewis ein glücklicher und fruchtbarer Gedanke der deutschen Mundartenforschungein neues Heim zu bereiten in demselben Augenblicke, wo ein älteres, die Zeitschrift« BayernsMundarten wegen Mangel an weiterher zuströmender Theilnahme geschlossen werden musste.Hoffen wir, dass die Absichten, mit welchen diese neue Pflegestätte der wissenschaftlichen Unter-