Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde4 (1898) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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4 (1898) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Ethnographische Chronik aus Österreich.

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erscheinen. So hat am 5. Februar d. J., von der alpinen Gesellschaft« D'Schuhplattler» ver-anstaltet, ein« Volkstrachten- Wettbewerb der deutschen Alpenländer» stattgefunden, bei welchemeine Anzahl namhafter Volksforscher und Volkskenner das Preisrichteramt übernommen hatte.-Ebenso legten die Veranstalter des« Slawischen Costümkränzchens», das am 6. Februar vomSlawischen Gesangverein in Wien unter dem Protectorate des Grafen Johann Harracharrangirt worden ist, Gewicht auf die Echtheit der slawischen Nationaltrachten bei diesem Feste.In der That ist es Zeit, dem Unfug der sogenannten Alpinen oder Bauerntrachten, wie sie fürCarnevalszwecke massenhaft in den Handel gebracht werden, zu steuern.- dt.

Zur Lage der nordmährischen Hausweberei. Die Handels- und Gewerbekammerin Olmütz schildert in einer Zuschrift an den Niederösterreichischen Gewerbeverein die ungemeintraurige wirtschaftliche Lage der nordmährischen Hausweber, welche daher rührt, dass die vondieser Gebirgsbevölkerung wegen spärlicher Boden- Production als Hausindustrie betriebene Baumwoll-weberei in Folge der übermächtigen Concurrenz der mechanischen Weberei in stetem Niedergangebegriffen ist.Wie in der Zuschrift über die Verhältnisse dieser« Hausweber» mitgetheilt wird,hat ein Weber, der vor zehn Jahren normal noch 5 fl. wöchentlich verdiente, heute einen Wochen-verdienst von kaum 2 bis 2 fl., wovon noch die beträchtliche Regie der Production( Fracht,Heizung, Beleuchtung, Zins etc.) von wöchentlich etwa 1 fl. 10 kr. zu bestreiten und überdies einemehrköpfige Familie zu erhalten sei, so dass eine förmliche Hungersnoth unter dieser armen Arbeiter-bevölkerung ausgebrochen ist. Die genannte Kammer hat beschlossen, bei der Regierung umUnterstützung der nordmährischen Hausindustrie durch Gewährung einer staatlichen Subvention zurFörderung der dortigen Exportbestrebungen, durch Berücksichtigung dieser Industrie bei Vergebungvon Militärlieferungen, Errichtung einer staatlichen Webereischule in Mährisch- Rothwasser u. m. A.zu petitionieren. Die Kammer macht schließlich den Gewerbeverein auf das Vorhandensein zahl-reicher disponibler Arbeitskräfte, insbesondere in Mährisch- Rothwasser und Deutsch- Hause auf-merksam, und richtet an die Mitglieder das dringende Ersuchen, diesen nothleidenden GegendenArbeitsgelegenheit zu bieten.

Hausindustrie- Ausstellung von Deutsch- Südtirol. Die Bozener Handelskammerhat beschlossen anlässlich des Regierungsjubiläums des Kaisers eine Ausstellung kunstgewerblicherund hausindustrieller Erzeugnisse von Deutsch- Südtirol zu veranstalten. Die Ausstellungsoll am I. September beginnen und 6 bis 8 Wochen dauern. Das Bozener Kammergebäude wirdfür diesen Zweck umgestaltet. Mögen die Veranstalter auch dem volksmäßigen gewerblichen Schaffen ausälterer Zeit, das in Südtirol eine so mannigfaltige und glänzende Entwicklung aufzuweisen hat,ihre besondere Aufmerksamkeit widmen.

Aufführung des Paradeis- und Hirtenspieles im oberen Murthale. Volks-mäßige Darstellungen dieser alterthümlichen geistlichen Spiele fanden in der Zeit vom 26. December 1897bis Lichtmess 1898 zu wiederholten Malen in verschiedenen Ortschaften des oberen Murthalesstatt. So in St. Georgen ob Murau am 26. December v. J., in St. Lorenzen ob Murau am27. December, in St. Egydi bei Murau am 31. December, am 1. und 2. Januar in Stadl, Predlitzund St. Ruprecht ob Murau. Der Zuspruch war ein sehr großer. Es liegt uns hierüber durchfreundliche Vermittlung des Herrn Schulleiters Carl Reiterer in Weißenbach ein sehr charak-teristischer Bericht des Lehrers Josef Kottnig in St. Georgen ob Murau vor, der seinem haupt-sächlichen Inhalt nach hiemit zum Abdruck gelangt.

Das ,, Paradeis- und Hirtenspiel" wurde in hiesiger Gegend im Jahre 1879 das letztemalaufgeführt. Bis zu dieser Zeit geschah es alle 4, 5 bis 6 Jahre. Leiter des Spieles war SimonSchaffer, gewesener Tischler, welcher anfangs der Achtziger starb. Wer sich vorher die Auf-führung angelegen sein ließ, ist nicht zu erfahren. Sie thaten sich eben zusammen und spielten.Besagtem Simon Schaffer gebürt das Verdienst, die genannte Volkskomödie in die Form gebrachtzu haben, in welcher sie heute aufgeführt wird. Er hat dem Spiele die Figuren des Bauers undBürgers, bei denen Josef und Maria vergeblich um Unterstand flehen, in sehr sinniger Form bei-gegeben. Auch hat er die Räuberscene in Einigem erweitert.

Seit dem Jahre 1879 wurde diese Volkskomödie nicht mehr aufgeführt, weil angeblich dieBehörde ihre Einwilligung versagte.

Am letzten Herbstfasching- Sonntag nun fand über Anregung des Bauers Josef Sandler vlg.Jaunz in Lärchberg eine Besprechung statt, in welcher beschlossen wurde, die Komödie amStephanitage das erstemal aufzuführen. Hiefür wurden, bis auf 3, lauter neue Kräfte engagiert.

Zeitschrift für österr. Volkskunde. IV.

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