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Theil der Geißler.
Kleine Mittheilungen.
9. Die Engel mit den Passionsinstrumenten. Diese Gruppe fehlte in derProcession 1770. 10. Dritte Trag- Bühne: Moses richtet die eherne Schlange auf. Im Text-buche 1770 heißt es: Dritte Trag- Bühne: Abraham ist bereit, seinen Sohn Isaak zu opfern.II. Herodes und Pilatus sammt Bedienten. Im Jahre 1770 bildeten diese Gruppe büßende Kreuz-schlepper. 12. Annas und Kaiphas. Im J. 1770 Der jüdische Rath nebst Annas und Kaiphas.13. Jüdischer Rath sammt Lotter- Gesindel. Im J. 1770: Kriegsknechte führen die zwei Schächer.14. Ein Reiter mit der römischen Fahne. 15. Zwei Schächer. Im J. 1770: Die Kriegsknechtemit den Instrumenten zur Kreuzigung. 16. Veronika. 17. Der kreuztragende Christus. Im Text-buche 1770 ist beigesetzt: Unter Führung der Kriegsknechte. 18. Reitende Kriegsknechte. ImJ. 1770 König Herodes, Pilatus nebst seiner Bedienung und übrigen Reiterei.
19. Die büßen-den Kreuzschlepper. 20. Longinus. 21. Vierte Trag- Bühne: Kreuzigung Christi. 12. Judenmit Christi Gewand und mit Würfeln. 23. Klagende Frauen. Diese Gruppe bestand in derProcession des J. 1770 nicht. 24. Grab Christi mit den Wächtern. Im Textbuche für das Spielim J. 1770 heißt es statt dessen: Das Grab Christi in Begleitung der Römerwächter. ¹)
Aus der angeführten Gruppierung der Passionsprocession im J. 1766 und jener im J. 1770geht hervor, dass die Gruppen wechselten, aber auch, dass das Processionsspiel dennoch mit derKreuzigung und Grablegung Christi geendet haben dürfte.
Die Procession gieng rings um den Ringplatz vor die Spielbühne, wo sich die beimSpiele nicht in Verwendung kommenden Personen vor der Bühne gruppierten, die Spieler aberan den Seiten der Bühne Aufstellung nahmen, von wo sie in die Action traten. Die schwarzePassionsfahne flatterte über der Bühne.
Die beiden Textbücher( 1766 und 1770), jetzt in ein Buch zusammengebunden und imPlaner Stadtarchive aufbewahrt, besitzen die ganze Bogenlänge und Bogenbreite. Auf dem zweitenBlatte des für das Jahr 1766 bestimmten Buches steht in Frakturschrift:« Zur Erweckung derAndacht dienende Betrachtungen über das LeIDen Vnsers ErLösen Den HeIJLanDes IesVChristI. Ein Trauer- Spiel in sechs Auftritt, Am Grünen Donnerstag Abends auf öffentlichemPlatze vorgestellet. Von Einer Löbl: Burgerschafft Sr. Hoch- Reichs- Gräflichen Excellenz- Sintzen-dorff Stadt Plan.>> Nun folgt eine Inhaltsangabe des Textes. Am unteren Rande desselbenBlattes steht:<< Inv: Jo: Andr. Schmidt, pictor.» Daneben stehen links die Buchstaben< O: A:M: D: Gl», was wohl heißt:« Omnia ad majorem Dei gloriam.>> Ob hier Inventor nur alsVeranstalter oder als Verfasser zugleich aufzufassen ist, lässt sich nicht feststellen. AndreasSchmidt entstammt einer angesehenen Bürgerfamilie der Stadt Plan. Die Schmidt'sche Familiestellte mehrere tüchtige Maler, von denen Wenzel Schmidt( Schmitt) der hervorragendste ist.Dieser Wenzel Schmitt malte in den Jahren 1725-1731 die herrlichen Fresken in der Walfahrts-kirche St. Anna bei Plan.2) Von Joh. Andreas Schmidts Pinsel rührte die Sonnenuhr her, diedas alte Planer Rathhaus geschmückt; auch Heiligenbilder malte J. A. Schmidt, von denenwelche noch im Besitze einzelner Familien sind. Über den Text der Planer Passionsspiele selbstmuss ich auf die« Mittheilungen des Vereines für Geschichte der Deutschen in Böhmen zu Prag,Jahrg. XXXVI, Nr. I» verweisen.
Im Hause Nr. C. 53/ I in Plan wurden jüngst zwei große Bilder, auf Klapprahmen ge-spannt, gefunden, die sich nun im städtischen Museum befinden. Sie dürften möglicherweiseeinen Theil der Seiten- oder Rückwand der für die Passionsspiele errichteten Bühne gebildetoder auch zur Decoration eines Hauses gedient haben, vor dem die Träger die« Tragbühnen>>niederstellten und ausruhten. Das eine der Bilder stellt Abraham vor, wie er vor der ZerstörungSodomas Jehova mit zwei Engeln empfängt, welche seinem Weibe Glossar ::: zum Glossareintrag Weibe Nachkommenschaft prophezeien
Im vorliegenden Verzeichnisse der in den einzelnen Gruppen thätigen Personen undihrer Costümierung werden zum J. 1766 nach der« Vierten Trag- Bühne» auch Maria Magdalena,Johannes, ein Genius, der Tod und der Teufel als in der Procession vorkommend aufgezählt.2) Darüber herrschte bis vor kurzer Zeit Zweifel. Im Sommer 1897 wurde das Innere dieserWallfahrtskirche renoviert und fand man am Rande des ersten Bildes im Presbyterium dieAufschrift:« Wenzeslaus Schmitt natus Planensis.» Begonnen 1725. Das letzte Bild im Kirchen-schiffe trägt die Aufschrift:« Wenzeslaus Schmitt, natus Planensis. Vinifet( ein verpfuschtes<< Finivit»).Pinxit 1731.»Der Volksmund nannte den Inventor der Planer Passionsspiele« Maler- Dös».
Dieses« Dös» dürfte eine Kürzung für Annarös(= Andreös= Andreas, sein.