Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde4 (1898) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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4 (1898) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Mei Dirnl haßt Nannerl,Hat schneeweiße Zahnerl,Hat schneeweiße Knie,Aber g'liebt hab is nie.¹)

Piğer.

Ach, Schätzchen glaube mir,

Du bist betrogen,

Dass dich ein Walkmüller liebt,Das ist erlogen.

Ob er dich lieben wird,

Das steht im Zweifel,

Dass er dich heiraten wird,

Das glaubt der Teufel.

Burschen und Dirneln sind dazu da, um sich zu lieben und dann

zu heiraten:

Stieglitzen, Bachstelzen,

Die sitzen am Damm;

Schöne Buame, schöne Madla,

Sein a gen beisamm'.2)

Der Adam und d' EvaHaben' s Lieben erdacht;Und und mei Bua

Haben's grad a so g'macht.")Schneefinster, schneekalt,Mei Bett steht im Wald;In a schwarzaugets DirnlVerliebt man sich bald.

Aber ist der Bua noch so klua,

Muss er die Arbeit thua:

Holzscheiter führen

Und Dirnaln lieben.

Zwa schneeweiße Täubla,Fliegen über mei Haus;

Der Schatz, der mir b'stimmt ist,

Bleibt mir nit aus. 4)

Bin a jungs Bürschl,

Kann lesen und schreiben;Kann mir die Zeit

Mit Menscher³) vertreiben,

Mei Vater ist a Bauer,

Und Bauer bin i,

Mei Vater baut d' FelderUnd d' Madla bau i.")

Wenn heiraten thu,

Krieg i a Paar fuchsrothe Schuh, 7)

Die kauft mir mei Bua,Wenn i heiraten thua.

A Ringerl aufs Fingerl,

A Kranzer in d' Haar;

Dann geh'n mer zum Gfarrer,

Da werd' mer a Paar.

Dirnl heirat mi, bin a Maurerg'sell,

I werd dir a Häuserl baun und an Stall dazu;Werd a Wiegen machen und a Kinderl drein,Dirnl heirat mi und du g'hörst mein.

Haberbeerle, Haberbeerle, s)Wachsen in unserm Garten;Mutter, gebt mir' s Heiratsgut

I kann schon nimmer warten.

I hab a klans HäuserlUnd a g'schekata Kuh,A Spinnradl, a BettalUnd a Bettstattl dazu.9)Dort ommat am BerglDa steht a schön's Haus,Da führt mir mei Vater,Den Kammerwagen10) raus.Unser Herr Gfarrer,

Ist a kreuzbraver Mann,Weil er aus an Dirnl

A Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weib machen kann.

Da a Blüml, dort a BlümlWachsen in unserm Garten;Vater gebt mir's Heiratsgut,

I kann's schon nimmer erwarten.

1) Ähnlich L. v. Hörmann, Schnaderhüpfeln aus den Alpen, 3. Aufl. S. 83( Tirol).Statt« geliebt steht dort in der 4. Zeile« g'seh'n», wodurch der Sinn fast ganz geändert ist.2) Ähnlich L. v. Hörmann, Schnaderhüpfeln aus den Alpen, 3. Aufl. S. 17( Steiermark). Auchin Salzburg, Süß, Salzburger Volkslieder S. 226. 3) Ähnlich L. v. Hörmann, a. a. O. S. 127.( Schweiz. Appenzell).*) Ähnlich L. v. Hörmann, Schnaderhüpfeln aus den Alpen, 3. Aufl.S. 75. Statt« b'stimmt> heißt es dort< b'schaffen»( Tirol). Bereits bei Süß, Salzburger VolksliederS. 195. 5) Der Ausdruck hat hier nicht gerade etwas Verächtliches an sich.*) Dies bedeutet:er geht einem Mädchen nach, um sie zu gewinnen. 7) Der Schuh spielte bei der Hochzeit seitjeher eine Rolle. 8) Brombeeren. 9) Ähnlich L. v. Hörmann, Schnaderhüpfeln aus den Alpen,3. Aufl. S. 30( Tirol). Die erste Zeile lautet manchmal: Ich hab nichts als mein Hansal.10) Brautwagen.