Das Schnaderhüpfel in der Iglauer Sprachinsel.
Im Wald bin i g'fahren,
Hab's Kummet verloren,
Hab d' Latzle( Leitseile) verschenkt
Um a schwarzauget's Mensch.
I hab a schön's Schatzei,Aber reich is's halt nit;Was nutzt mi der Reichthum,Beim Geld schlaf i nit.
Die Iglauer Glocken,
Die haben an schön' Klang,
Die Iglauer Madlen,
Die haben an schön' Gang.
Überall bin i g'west,
Nur in Ungarn no nit;
Und alle Leut' hab i g'seh'n,
Nur mei Schatzal no nit.
Und wann is werd' g'seh'n,Was werd' ihm denn geben?
A Ringerl an Finger
Und a Bussl daneben.
Bursche und Dirnl sollen einander treu bleiben:
Geberg und gethal, 1)Zwa Rösserl im Stall,Zwa Bub'n für a MadlSei z' viel auf a Mal.
Treu bin i, treu bleib i,Treu hab i den Sinn;
Treu bleib i mei'm SchatzerlIn Frankfurt und Wien.
Die alte Lieb rost nit,
Ist allweil die best';Die neue Lieb wackelt,Steht niemals recht fest³)
Dass' s im Wald finster ist,Das macht der Tannenbaum,Dass mei Schatz untreu ist,Das glaub i kaum.³)
Mei Herz ist treu,
Ist a Schlüssel dabei,
Und a anziger Bua,
Hat den Schlüssel dazua.4)
I lieb di allan,
Ka andre solls san,
Ka andre solls werdenSolang i leb auf der Erden.
Dirnl, wenn mi nit liebst,Darfst an andern a nit lieb'n,Musst dir dei GöschlMit Hennedreck einschmier'n.
Und willst du mi lieben,
So lieb mi allan;
Und lass andre MadlaBei Seite san.
Mei Schatz hat mir g'schrieb'n
I soll allan liegen,
I soll allan bleib'n:
Er würd mir bald wieder schreib'n.
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Bursche und Dirndl prahlen manchmal mit der Untreue:
Zwa Vögerl am Dach,
Zwa an der Plonken;
Dass i mei'm Schatz treu bleib,Ist ka Gedanken.
Der Fuchs und der Has,
Das Eichhorn am Ra( Rain);
Kan anziger Bua
Liebt sei Madl alla.
Um a Dirnl zu trauern,Das wär mir a Schand;I mach mi glei lieberMit' r andern bekannt.Drei Dirndeln zu lieben,Das hats gar ka G'fahr.Die ane lieb i, die andre fopp i,Die dritte heirat' i gar.
¹) Bergauf und Bergab. 2) Dasselbe L. v. Hörmann, Schnaderhüpfeln aus den Alpen,3. Aufl. S. 346,( Salzburg). 3) Ähnlich in Salzburg, Süß, Salzburger Volkslieder S. 190.4) Ähnlichen Sinnes L. v. Hörmann, Schnaderhüpfeln aus den Alpen, S. 107( Kärnten). DasMotiv ist häufig und uralt. Wird auch als Ostereispruch benützt. Piger, das Osterei in derIglauer Sprachinsel. Zeitschr. für österr. Volkskunde, Jahrg. II, S. 28.
Zeitschrift für österr. Volkskunde. IV.
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