Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde4 (1898) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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4 (1898) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Piger.

Die Hauptidee, der tanzende Pfarrer, ist bei uns richtiger wiedergegeben,denn statt des euphemistischen« Kappl» tritt viel natülicher« Kutten»ein.¹)

Meist werden ungewöhnliche Ausdrücke und Wendungen passendgeändert und dem hiesigen bäuerlichen Denken und Sprachgefühle an-gepasst.

So heißt ein Wiener« Couplet»:

Schaut's mir den Strizzi an,

Der schiebt mir nach,

Der tragt sei Sunntags'gwand

Auf alle Tag.

Bei uns lautet das Schnaderhüpfel:

Schaut's mir den Schlanggl an,

Der kunnt mi hab'n,

Der tragt sei Sunntags'gwand

Auf alle Tag.

Auch hier ist wieder nur die Einleitung umgeändert.

Überhaupt sind diese Liedlein in fortwährendem Flusse und mehr-facher Veränderung unterworfen, sie werden der Situation angepasst. Fürgewöhnlich lautet ein vielgesungenes Schnaderhüpfel:

Drei Wochen nach Ostern,

Da geht der Schnee weg,

Da heirat' mei Schatzl,

Und hab an Dreck.

Hält man aber den Umständen angemessen die letzte Zeile für zuderb, so tritt dafür ein,« drei Meilen von mir weg». Ein Mädchen wirdnatürlich immer nur letztere Wendung gebrauchen.

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Was in diesem einzelnen Falle gilt, das gilt auch im ganzen:Gedanke ist die Hauptsache, die Form weiß sich jeder Volksstamm nachseiner Denkweise und Mundart zu geben.

Um die geringe Ausstattung zu verspotten, singt bei uns der Bursche:Zwa scharzbraune Öchsla

Und a ploscherte( mit einer Blässe gezeichnete) Kuah,

Die gibt mir mei Voter,

Wann i heirat'n thua.

In der Schweiz kommt der Gedanke zu folgendem Ausdrucke:

Drei hölzi( hölzerne) Halbbatza

Und a glesige( trächtige) Kuah,Das git mer mei Vater

Wenn i heirata thuah.2)

In Steiermark singt man;

A Paar Strümpf, a Paar Schuah,

A Paar Fäustling dazua,

Die gibt mir mei Voda,

Wenn i heiraten thua.³)

1) Ich vermuthe, dass auch in den Alpen« Kutten» volksthümlich ist. 2) L. v. Hörmann,Schnaderhüpfeln aus den Alpen. Innsbruck 1894, 3. Aufl. S. 23. 3) Rosegger's Heimgarten, XVIII.Jahrg. 1894, S. 774.