Die Frau Holle in Österreich.
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O ja, wenn ihr gerade noch etwas hören wollt, so kann ich euchschon noch etwas erzählen. Ja ja, sagten alle einstimmig, und die alteCzagerin begann:
Meine Großmutter erzählte mir oft, dass ein Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib lebte, welchesJosefa hieß und sehr gerne in die Kirche gieng. Alle Tage nach demGebetläuten war sie schon in der Kirche und betete.
Einst wachte sie auf, und da es schon ziemlich licht war, dachtesie sich, darfst sehen, dass du noch vor der Messe in die Kirche kommst.
Darauf zog sie sich an, und gieng in die Kirche, hörte aber, als siein die Nähe derselben kam, Orgelspielen. Nun dachte sie sich, heutekommst du schon zu spät. Wie sie in die Kirche kam und sich nieder-setzte, gewahrte sie zu ihrem größten Schrecken ihre verstorbene Nach-barin.
Sie begrüßten sich und die Josefa fragte gleich ihre Nachbarin:ja, wie kommst Du denn hierher? Die Verstorbene erwiderte: Heutehaben wir unsere Messe, und da müssen wir alle dazu kommen.
Schau dich um, du wirst noch mehrere sehen, die du kennst. Weilwir so lange friedlich nebeneinander gelebt haben, so will ich dir einenRath geben. Trachte ungesehen aus der Kirche zu kommen und wirfdraußen dein Tuch weg, und lauf so schnell als möglich nach Hause.Und wirklich während der Wandlung beurlaubten sie sich. Die Josefagieng langsam zur Kirchenthür hinaus, warf ihr Tuch weg und lief nachHause.
Als sie zu Hause war, schlug es eins. In der Früh kam die Rohlinmit einem Tuchlappen zu ihr und sagte: Ist das nicht ein Stück vondeinem Tuche? Ich habe dieses Stück bei der Kirche gefunden, es liegennoch mehrere Stücke dort. Und weil du nicht in der Kirche warst, someinte ich, es sei dir etwas widerfahren. Die Josefa erzählte der Rohlindie ganze Geschichte, und in einem Jahre darauf war sie tot.
Als die Czagerin geendet hatte, schlug es eben eilf Uhr, und wirbegaben uns nach Hause.
Soweit mein Berichterstatter, der sich das Erzählte nicht erklärenkonnte; der Name Holle ist zwar nicht darin genannt, aber das ganzegehört in den Glaubenskreis des niederen Volkes, dem vor Zeiten diealten Götter zu Teufeln geworden sind,( daher der Pferdefuß), und dieGöttinnen zu strafenden Gespenstern, an die besonders die Spinnweiber Glossar ::: zum Glossareintrag Spinnweiberdenken. Und da sich die christlichen Bekehrer in einigen Fällen demVolksglauben an wohlthätige göttliche oder halbgöttliche Namen gern an-bequemten, so wurden auch manche heilige Namen den heidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag heidnischen unter-geschoben; dies ist bei einigen unserer Kalender- Heiligen zur Genügevon Fachmännern nachgewiesen, z. B. manche Bestandtheile der Wodan-mythe sind auf St. Martin und Michael übergegangen.
Von den alten Göttinnen erscheinen einige als milde Helferinnen imhäuslichen Leben und lehren das Spinnen und Weben, namentlich dieFreia, von der unser Freitag den Namen hat. Wodans Gattin war Frigg
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