Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde2 (1896) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
2 (1896) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Vorerinnerung.

Vom Redacteur Dr. M. Haberlandt.

Mit wenigen Worten habe ich den beginnenden zweiten Jahr-gang dieser Zeitschrift einzuführen. Der erste Band, welcher abgeschlossenvorliegt, muss für sich selbst sprechen. Ob es uns darin annähernd ge-lungen ist, das vorgesteckte Ziel zu erreichen, wollen wir dem Urtheil derFachgenossen überlassen.

Für die Fortsetzung unserer Arbeit aber wollen wir die nachfolgen-den Punkte besonders in's Auge fassen. Die vergleichende Richtungunserer Studien, welche wir vom Beginn auf unsere Fahne schrieben,hoffen wir immer ernstlicher und umfassender hervortreten zu sehen.Mögen sich die Fachgenossen immer mehr veranlasst fühlen, die volks-thümlichen Erscheinungen, welche sie beobachten und schildern, stets aufihre Verwandtschaft, ihr Verhältnis zu den analogen Vorkommnissen aufanderem Volksboden zu untersuchen und in diesem Zusammenhang dar-zustellen.

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Sodann wünschen und hoffen wir, dass neben den rein geistigenSchöpfungen des Volkes, seinen Liedern, Sagen und Glauben die sicht-und greifbaren Dinge des Volkslebens mehr als bisher Gegenstandder Aufmerksamkeit und des Studiums unserer Mitarbeiter werden mögen.Neben der Tracht und den Hausformen die in dieser Beziehung vonder Volkskunde bisher fast ausschließlich zusammenhängender Betrachtunggewürdigt worden sind ist so Vieles in Haus und Hof, auf Feld undFlur, was der Beachtung und Schilderung in systematischer Art umsodringender bedarf, als es in der Umformung der primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiven wirthschaft-lichen Verhältnisse unwiederbringlich und rasch verschwindet. DieHauseinrichtung, der Hausrath, das Küchengeräth, die ländliche Keramikund ihre Formen, wie ihre Decoration, das Arbeitsgeräth, die verschiede-nen Arbeitsmethoden und Handgriffe, die verschiedensten Richtungen, indenen sich der Hausfleiß der Männer wie der Frauen und Mädchen be-thätigt, die zahllosen cultlichen Gegenstände daheim und auswärts, dieAusstattung der Feste im Lebens- und Jahresablauf, die Behelfe für Lust-barkeit und Mummenschanz, für Aufzüge und Volksspiele dies undnoch vieles Andere möge endlich wie in der Praxis systematischvorgehende Sammler, so wissenschaftlich kundige Beobachterfinden, welche Verwendung und Erzeugung aller dieser Dinge erheben,ihrer Verbreitung nachgehen, ihren Variationen nachspüren, allen Brauchund geistigen Inhalt, der sich an diese Dinge knüpft, erkunden und ver-lässlich darstellen. Wir würden es allen unseren Mitarbeitern aufrichtigDank wissen, wenn sie in dieser Beziehung recht reichliche Beiträge

Zeitschrift für österr. Volkskunde. II.

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